Lamborghini: Der Bulle wurde heuer 50

Wir wollen diese Gelegenheit nutzen und uns mit dem wichtigsten Testfahrer des Stiers befassen

Valentino Balboni è un pensionato?
Un Pensionato?-Balboni?!!-Nooooo!!!!!!

Valentino Balboni, war seit über 40 Jahren Cheftestfahrer bei Lamborghini, ist seit Anfang 2009 in Ruhestand gegangen und ihm zu Ehren wurde ein Auto kreiert, daß er selbst ohne sein Wissen zusammenstellte, aber dazu später.

Valentino Balboni: Was Enzo Ferrari bei Ferrari, Giuseppe Busso bei Alfa Romeo, ist Valentino Balboni bei Lamborghini: eine Legende! (obwohl er sich selbst niemals so sehen würde)
Aber wie wird man Testfahrer bei Lamborghini?
Wie entstand die Fa Lamborghini?
Ein kurzer Querschnitt

1963 wurde Automobili Ferruccio Lamborghini S.P.A. gegründet, nach einem „kleinen“ Disput zwischen Ferruccio Lamborghini und Enzo Ferrari.

Lamborghini nannte nämlich einen Ferrari als sein Eigen und bemängelte als eifriger Ingeneur bei seinem Freund Enzo Ferrari ein paar Dinge, die zu verbessern wären und Enzo Ferrari in seiner Art meinte bloß, daß er von einem Traktorenhersteller (der er auch war) keine Empfehlungen brauche.

Ferruccio Lamborghini erzählt diese Geschichte (Achtung Video stark übersteuert und viel zu laut!!)

Das erste Auto, daß Ferruccio Lamborghini herausbrachte, ein 350 GTV

Der später zu einem 350 GT wurde

1967 kam der Miura heraus und sollte am Beginn das wichtigste Modell für Lamborghini sein-Fans (und mir auch) läßte er noch immer das Herz höher schlagen

1968 wurde Valentino Balboni als Mechaniker Lehrling eingestellt

Seine Aufgabe war es unteranderem Wagen aus der Halle auf den Parkplatz davor herauszufahren.

Aber wie wird man dann Testfahrer?

Aus dem gleichen Grund, wie man heute entlassen werden würde.

Valentino nutzte immer die Möglichkeit einer kleinen Spritztour-die paar Meter aus der Halle auf den Parkplatz waren zu wenig und die Autos heiß und temperamentvoll.

Mehrmaliges urgieren beim Chef, daß Balboni die Autos ums Firmengelände fährt führte zu gar nichts-
bis allerdings Testfahrer gesucht wurden und Balboni sich bewarb und…

1973 natürlich genommen wurde-er machte es ohnehin immer und sein erstes Auto und noch heutiger Privatwagen war (ist) ein Miura.
Niemals vergißt er, wie das Erstemal der Firmenschranken aufging und er mit dem Miura auf die Straße durfte, aber dazu später.

Balboni, der mehrere Sprachen fließend spricht, ist Mechaniker und behauptet auch, daß ein guter Testfahrer auch ein guter Mechaniker sein muß.

Er, der die Bescheidenheit in Person ist,
durfte immer eines der teuersten und schnellsten Autos fahren

hatte einstmal die Lizenz zum Schnellfahren auf öffentlichen Straßen, denn Lamborghini sind für die Straße gebaut und Teststrecke hatte Lamborghini keine.

Valentino Balboni spricht über Oldtimer und seine Liebe zur alten Technik-im

Lamborghini Museum 1

Lamborghini Museum 2

1974 enstand der für den Umsatz wichtigste Wagen, der Countach, der seinen Namen einem Begeisterungssturm der Ingeneure entstand: Countach bedeutet im Dialekt des Piemont so etwas Ähnliches, wie „Wow“-heute würde man „GEIL“ sagen:

Ferruccio Lamborghini und Valentino Balboni im Countach
(Man beachte Valentino Balboni bei ca 250km/h auf der Landstraße und die Aussage, daß er sich wohl fühle)

Den Spieltrieb erhielt er sich bis ins Alter

Impressioni

Impressioni

Impressioni

Plötzlich zog er sich zurück, doch als Botschafter einer Marke wie Lamborghini zieht man sich nicht einfach so zurück und so kam es:

Die Entwicklungsabteilung fragte ihn immer so zwischendurch, was ihm wichtig sei und er antwortete:
Heckantrieb
sportlichere Abstimmung
eigene Lackierung
Handschaltung

und er wollte kein ESP, damit man etwas spürt

und Lamborghini baute IHM SEINEN Lamborghini, so wie er sich das vorstellt, allerdings mit ESP-
OHNE sein Wissen und das erstemal OHNE SEINER Probefahrt (denn dazu hatte er noch genug Gelegenheit),
den Lamborghini Gallardo Edition Valentino Balboni, limitiert auf 250 Stück

Und seine Mutter fragt ihn noch heute: „Fährst Du wieder diese Wagen?“ Balboni: „Si, Si“ „Dann paß bloß auf“

…und je älter er wird desto mehr löst sich Balboni von seiner Mama

Balboni in Pension?-Balboni?-NIEMALS!!!!!!!!!

I Migliori Auguri, Valentino Balboni
Grazie tanto

Ich wünsche ihm viel Spaß mit seinem Firmenwagen, denn eine Legende geht nicht in Pension!

Abschließend möchte ich noch ein Interview (30min) mit Valentino Balboni anhängen

Cari Saluti, Giovanni

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Heute: Romanzo Criminale 2. Staffel

Wieder eine Filmempfehlung der besonderen Art

Ein besonderes Schmankerl habe ich heute für Euch – Romanzo Criminale II

Heute 3.7. 23.15  ServusTV

Entstanden unter der Regie des großartigen Michele Placido, vielen bekannt aus der Serie „Allein gegen die Mafia“ („La Piovra“).

Er, Michele Placido, ist nicht nur groß geworden mit dem Thema Mafia, sondern es hat ihn auch nie losgelassen und so kehrte er in dieser Serie wieder zurück zu seinem Lebensthema.

Für diejenigen unter Euch, die die erste Staffel auf deutsch gesehen haben, ist jetzt die Gelegenheit die 2. Staffel in dieser Sprache zu sehen.

Für Alle, die den Film schon auf italienisch gesehen haben, sollten sich auch die deutsche Synchronisation ansehen, denn ich finde sie einerseits sehr gelungen und andererseits ist es wahrscheinlich eine der wenigen Chancen diesen Film je auf deutsch zu sehen.

Romanzo Criminale beschreibt in einer teils sehr harten, dafür aber realitätsnahen Art und Weise den Aufstieg einer anfangs kleinen Bande, einer Gruppe von Freunden, die sich geschworen haben, Rom zu unterwerfen.

Sie sind gemeinsam aufgewachsen und nutzen ihre mafiosen Beziehungen um ihren Einfluß zu vergrößern. Doch die Macht hat wie immer auch eine Kehrseite.

So schnell wie sie aufgestiegen sind und so schnell, wie die Macht über Rom groß geworden ist, so stark belastet es die Freundschaft innerhalb der Gruppe.

Der Libanese (Francesco Montanari), der selbsternannte Anführer der anfänglichen Bande und später DER Verbrecherorganissation in Rom versucht immer wieder die Freundschaft zu erhalten und auch zu stärken, stößt allerdings auch auf seine Grenzen, Einfluß auf die freundschaftliche Beziehung unter den Mitgliedern zu nehmen.

So spielen genau diese Querelen unter ihnen Commissario  Scialoja in die Hände.

In der 2. Staffel werden wir sehen, ob es Commissario  Scialoja gelingen wird, die Macht und die Größe, die sie erreicht haben, aufzubrechen.

Ich kann jedem diesen Film empfehlen, der so wie ich italophil angehaucht ist, oder sich mit italienischen, gesellschaftlichen Problemen auseinandersetzt. Michele Placido ist es gelungen ein außergewöhnliches Werk zu schaffen, das nichts beschönigt und die Mafia sicher nicht verherrlicht, ganz im Gegenteil:

Der Film ist nichts für schwache Nerven. Ohne irgendwelcher Gewaltverherrlichungen gelingt es Michele Placido eine reale Härte darzustellen, die notwendig ist, um ein authentisches Bild zu schaffen.

Obwohl der Film im Jahre 2005 entstanden ist, aber in der Zeit zwischen den 60-80ern spielt, ist es eine wahre Meisterleistung ein zeitgemäßes Abbild zu schaffen. So ist der Film auch allen Old- und Youngtimerliebhabern ans Herz gelegt. Denn die große Anzahl der automobilen Schätzchen wird man in einem modernen Film sonst nicht so leicht zu sehen bekommen.

Buon Divertimento, Giovanni

Von der Sucht Alfa Romeo zu lieben

Von den Schwierigkeiten seine Sucht zu befriedigen und was macht das Alfa Romeo fahren eigentlich aus.

Viele werden jetzt vollkommen ungläubig ihren Kopf schütteln und sich denken: wie bitte, der schreibt über ein Auto. Das Klump soll funktionieren und fertig.

Was soll ich mir da Gedanken machen über eine spezielle Vorliebe und vielleicht das Ganze noch philosophisch betrachten und überhaupt, sind wir schon fertig – Punkt

Ja die, die fahren halt nicht Alfa Romeo.

Diejenigen, die jetzt weiterlesen, sind entweder schon selbst in dieser lebenslangen Sucht gefangen oder haben zumindest davon gehört, daß Alfisti (so nennt man diese Suchtfetzen, die nie in ein anderes Auto einsteigen würden) irgendwann mit diesem Alfa Virus in Berührung gekommen sind und ein Gegenmittel nicht bekannt ist.

Einmal mit diesem unbestechlichen Motorsound, dieser unbeschreibliche Art der Rückmeldung des Straßenbelags durch das unbestechliche Fahrwerk oder durch das einzigartige Flair des Wageninneren in Berührung gekommen und man(n) ist infiziert.

Der Alfa Virus steckt in jedem kleinen Detail und springt unbarmherzig auf den Besitzer über.

Durch diese hinterlistige Art vermehrt sich der Virus sehr stark und eine Aussicht auf Heilung des Opfers besteht nicht – zumindest sind mir nur vereinzelte Fälle bekannt, die die Sucht hinter sich lassen konnten.

Die Anderen, die Süchtigen, die Alfisti sind verdammt lebenslang diese atemberaubenden Wagen zu fahren, den Kult zu leben, die Philosophie hoch zu halten und jede Ausfahrt zu genießen.

Alfa fahren ist nicht einfach von A nach B kommen, das können andere Autos auch.

Alfa Romeo fahren bedeutet, ein Lebensgefühl zu inhalieren und Italien zu leben und wenn man in den romanischen Süden fährt, auch Italien zu erleben.

Es gibt wohl nur sehr wenige Autos, in denen man Italien richtig erleben kann: Eine automobile Möglichkeit ist sicher ein Alfa Romeo und erst recht, wenn er älteren Baujahres ist.

Kaum ein anderes Volk lebt so mit seinen Autos mit, wie Italien mit Alfa Romeo. Wenn ich mit meinen Alfas irgendwo  hinfahre, so ist es eben nicht gleichgültig für die südlichen Nachbarn, welches wunderschöne Zeichen vorne drohnt.

Man kann also getrost sagen: Alfa Romeo fahren ist eine Lebenseinstellung!

… und diese Lebenseinstellung gehört gepflegt.

Alles wird gesucht, gesammelt, getauscht, teuer erworben – keine Mühen sind zu groß, kein Preis zu hoch, wenn es darum geht seiner Sucht nachzugeben.

Immer wieder werden neue Stücke angeschafft und erfreut sich an besonderen Dingen, die eben mit dieser Lebenseinstellung zu tun haben und irgendwie wird man über die Jahre nicht nur älter, sondern man wird eben auch italienischer.

Doch die Sucht kann auch zum Problem werden: Die Einen vergrößern andauernd die Garagen, um neue Sammlerstücke unterzubringen, die anderen trinken viel zu viele Espressi, weil sie glauben, daß man dann automatisch auch mehr PS unter der Motorhaube hat (oh Gott, ich kann ein Lied davon singen) und manche begehen sogar Einbrüche, um an geliebte Dinge zu kommen, das sind dann schon die schweren Krankheitsfälle.

So passiert in Arese (Mailand) als 4 Deutsche und 2 Österreicher im Museum von Alfa Romeo eingebrochen sind, um die letzten Reste zu ergattern.

Man muß jetzt allerdings auch dazusagen, daß diese wichtige Pilgerstätte von Alfa Romeo nicht gerade sehr gepflegt wird.

Ganz im Gegenteil: Es wurde eigentlich schon ausgeräumt und manche wertvollen Stücke, die das Museum jahrzehntelang gewartet und gepflegt, im Krieg sogar an geheimen Orten versteckt hat, damit sie keine Bombenopfer werden, sind in Sammlerhände verschwunden und somit wurde die Sammlung bereits auseinandergerissen.

Ein Umstand, der vielen Alfisti sehr sauer aufgestoßen ist, auch mir.

Das Alfa Museum war eine Institution und ein wichtiger Treffpunkt für viele schöne, internationale Zusammenkünfte.

Die ganze Atmosphäre, die Ausstrahlung, die von diesem ehemaligen Firmengelände ausgeht, kann wohl nur der echte Fan verstehen. Was für ein Gefühl zu wissen, daß meine alte Alfetta GTV aus diesen Hallen kommt und noch Männer, ich möchte sogar sagen, Liebhaber daran entwickelt, geschraubt und zusammengebaut haben.

Und jetzt soll alles aus  sein?

Ja ist es – und so kamen eben diese 6 Persönlichkeiten auf die vielleicht nicht unbedingt glorreiche, aber dennoch verständliche Idee, man könnte doch wenigstens noch die letzten WC Taferln oder eine alte Glühbirne aus den heiligen Hallen holen, um sie dann in der heimischen Garage auszustellen mit dem Text daneben:

Ich war dort und rettete das Andecken Alfa Romeo.

Weiters ist zu bedenken, daß diese „Einbrecher“ ja keine dummen Jungs waren, sondern ausgewachsene, besonnene Menschen, die einfach nicht einsehen wollen, daß diese Hallen nicht den Alfisti gehören, sondern eben Alfa Romeo, nein stimmt nicht: diese Hallen gehören eben FIAT – purtroppo

Ich kann nur sagen, ich war nicht dabei, aber diese Appassionati (Liebhaber) sind eben ECHTE FANS und verdienen eigentlich einen tiefen Respekt. Obwohl natürlich illegal, waren ihre Gedanken ehrenhaft; wie oft gibt es das heute noch

Marco Fazio, selbst in den Klauen des Alfa Virus seit frühester Kindheit,  ist Chef des Centro Documentazione Alfa Romeo und Ansprechpartner für alle Alfisti, wenn es um die Geschichte geht und versucht im Video  zu erklären,
was eigentlich Alfa Romeo fahren ausmacht und kommt zum Schluß:

„Es ist unmöglich zu erkären. Es ist ein Gefühl, das Du erleben mußt“

Und jetzt gehe ich in meine Garage weinen

Cari Saluti, Giovanni

Wieviel Auto braucht man eigentlich

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Oder warum ich lieber alte Autos fahre

Was gibt es nicht für tolle Möglichkeiten seine Mobilitätswünsche auszuleben.

Zugegeben es wird einem ja auch wirklich leicht gemacht. Wie man in meinem vorigen Artikel über die Beschaffung eines neuen Firmenautos steht, taucht man gerne in die Welt des Neuen, des manchmal Unereichbaren.

Irgendwie hat das Neue immer etwas Sauberes, etwas Erhabenes, etwas, das es zu erreichen gilt.

Aber ist es auch erstrebenswert?

Genau dieser Frage möchte ich heute nachgehen und soll auch denjenigen eine mögliche Antwort geben, die schon einmal darüber nachgedacht haben, sich mit einem „alten Auto“ fortzubewegen.

Zu Aller Erst muß ich sagen, daß ich kein neues Fahrzeug schlecht machen möchte, denn sie haben genauso ihre Berechtigung, wie man auch alte Autos fahren lassen soll, denn das ist nicht unbedingt selbstverständlich, wenn man sich diverse Einfahrbeschränkungen der Großstädte ansieht.

Und da sind wir schon beim ersten Punkt, warum ein neues Auto ein wichtiger Bestandteil unseres Verkehrsbildes ist:

Die Politik verbietet die Einfahrt in den Innenstadtbereich.

Und was ist, wenn die Wohnung in der Innenstadt ist oder die Arbeitsstätte?

Dann kommen schnell Überlegungen auf, ob man sich nicht ein neues Fahrzeug kaufen sollte

Ich bin ja Gott sei Dank in der glücklichen Lage, daß ich privat nie in die Innenstadt fahren muß oder sollte ich das Anders formulieren:

Ich fahre nie und nimmer mit dem Auto in die Innenstadt.

Mir ist es einfach zuwider, mir einen Parkplatz zu suchen (unendliche Umkreisungen des geliebten Objektes „Parkplatz“ sind von Nöten, damit er erbeutet werden kann) und dann noch dafür zu zahlen, daß ich mich dann endlich gestreßt (man zahlt ja für die Dauer des Parkens) in das Treiben des geschäftigen Umfeldes stürzen kann.

Nein, Danke. Gerne bezahle ich ein Ticket bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, damit mein Liebhaberstück sich zuhause ausruhen kann.

Wohlgemerkt, wir sprechen hier von privaten Fahrten.

Derjenige, der beruflich in die Innenstadt muß, derjenige ist leider nicht zu beneiden und derjenige bekommt hoffentlich auch einen Ersatz in Form von täglich hart erkämpften Brötchen zum Leben.

Aber hier – in diesem privaten Umfeld – wollen wir uns auch nicht mit dem täglichen Kampf der Essenbeschaffung und Beschaffung der Rückzahlungsmodalitäten der Kreditgeber befassen, sondern uns nur mit den Sonnenseiten des Lebens befassen.

Und dann kommt auch schon dieses Urgefühl bei einem Automobilisten:

Was macht denn dieses Fahren aus, was ist denn so toll am Fahren:

In einem Kühlschrank zu sitzen, die Klimaanlage auf unterster Stufe laufen zu lassen und elektronisch geregelt im Stau zu stehen oder war da noch etwas Anderes; …

Das, was die Älteren unter uns noch verspürt haben, wie sie noch jung waren, diesen Hauch des Besonderen, dieses Eigenleben der Mechanik und diese Einfachheit …

eine Einfachheit, die schon ausreicht, um uns fortzubewegen und aus der die pure Freude entsteht.

Ist es nicht herrlich, wenn man einen „normalen Schlüssel“ ins Schloß steckt und ganz normale Glühbirnen erglimmen und vermelden:

„Buon Giorno, Dottore, ich bin bereit, wo darf ich sie hinbringen?“

Man zieht den Choke und startet:

Jijijjijijijijjij – brbrbrbr- ….  blubblub  …  brummbrummmmmbrumbrumbrum – m mmm mmmmmm

Da ist es wieder, dieses Eigenleben, Mechanik, die schlürft und schluckt, spuckt und hustet und atmet und…

                                                          R Ö Ö Ö H H H R T

Ich muß ja zugeben, ich war schon immer sehr oldtimerfixiert, aber ich muß auch immerwieder feststellen, daß niemanden diese Faszination unberührt läßt, die einfache Mechanik auf die Kreatur MENSCH auslöst.

Zugegeben, es gibt Situationen, die meine Liebhaberei bei manchen Menschen grenzwertig erscheinen läßt:

Denn wenn das geliebte Automobil für ein paar Stündchen in der Mittagshitze verharren mußte und sich der Innenraum schön langsam, aber doch sicher in eine Filiale der unterirdischen Kochtopfabteilung (manche sagen Hölle dazu) verwandelt und ich danach ganz lässig einsteige und einfach nur die Fenster runterkurble und nur losfahre –

oftmals kommt dann: Booaahh – da ist es heiß – no na, es ist Sommer, es ist heiß, ganz normal

Ich sitze halt lieber im Schatten und mache mir ein leichtes Lüfterl im Inneraum mit der richtigen Regelung der Fensteröffnungen, als…

die Kühlschranktür auf

Ich habe lieber dieses   R R Ö Ö Ö H H H R E N  als ein leichtes Zwitschern, das da vorne (oder hinten, nein heute kommt nichts mehr von hinten, alles nur von vorne) zu vernehmen ist.

Ich will es noch erleben, das eine geniale Erfindung, wahrscheinlich eine, der Genialsten, die es je gegeben hat, von A nach B bringt.

Ich brauche auch keine elektronischen Hilfsmittel, die mich ständig bevormunden oder sich ständig akkustisch aufdringlich in meinem Ohr fixieren – nein, ich will nur fahren und genießen.

Ich will den warmen Sommerwind spüren und ich will den Duft des Benzinparfums aus dem Vergaser um meine Nase haben.

In diesem Sinn: Ich wünsche Euch einen schönen, heißen Sommerbeginn und mögen alle Eure Wünsche in Erfüllung gehen.

Cari Saluti, Giovanni