Verona in Love

„Se ami qualcuno portalo a Verona“

Wenn Du jemanden liebst, dann bring´ ihn nach Verona

Italien ist das Land der Feste, Italien ist das Land der Freude und Italien ist das Land der Liebe. Das wußte schon Shakespeare und wählte für die Tragödie von Romeo und Julia Verona aus.

Und in Verona findet auch ein ganz besonderes Fest statt, das italienischer nicht sein könnte; es ist am Wochenende nach dem 14. Februar, dem Valentinstag.

Es wird geküßt, geliebt, verlobt und geheiratet in dieser Zeit, in der Verona in Love ist. Während im nördlichen Raum der Valentinstag ein eher stiefmütterliches Dasein fristet, so erlebt er in Italien eine wahre Renaissance und das jedes Jahr. Jeder, der frisch verliebt ist oder auch nur seinem Partner zeigen möchte, wie er ihn liebt, sollte einmal an diesem Fest teilnehmen. Es gibt viele Angebote zu nutzen, die oftmals zu zweit billiger sind. Es ist die ganze Stadt darauf ausgelegt, daß man sie an diesem Wochenende zu zweit besucht und selbst wenn man allein die Stadt der Liebe besucht, sollte man unter Umständen auch in den Genuß der Zweisamkeit kommen. Denn an diesem Wochenende ist niemand gerne allein.

Eines vorweg: Am Besten reist man mit dem Zug nach Verona, die ÖBB und DB waren unter Anderen Sponsor von Verona in Love und hatten täglich 5 Abfahrten ab München zum Sonderpreis parat. Und nochetwas ist zu beachten: Die Unterkunft sollte man rechtzeitig buchen, wenn man nicht gerade die Möglichkeit hat bei Freunden unterzukommen. Sehr viele buchen die Unterkunft schon weit im Voraus, weil dieses Treffen der Liebenden gerne regelmäßig besucht wird. Man darf sich also nicht wundern, wenn  man einige bekannte Gesichter im nächsten Jahr wiedersieht.

Wenn man die Zeit aufbringen kann, sollte man bereits am Anfang der Woche anreisen, denn man braucht durchaus seine Zeit, bis man sich seine Aktivitäten vor Ort aussucht. Außerdem ist es schön mitzuerleben, wie eine Stadt in eine Art Ausnahmezustand gerät.

Im Smartphone Zeitalter stellt Verona hierfür eine eigene App zur Verfügung, die eine social media function beeinhaltet und somit eine Kommunikation unter Verona in Love Teilnehmern ermöglicht. Übrigens ist dabei italienisch nicht die einzige Sprache, die geschrieben wird. Ein nette Variante das Fest noch kommunikativer zu veranstalten. Generell wird man schnell Anschluß finden, wenn man es denn will.

Langeweile kommt aber sicher nicht an diesen Tagen auf, wenn man sich von der Stimmung mitreisen läßt. Spezielle Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen und italienisches Treiben – und egal wohin man blickt fröhliche und scheinbar frisch verliebte Menschen.

Das Zentrum bildet das Cuore da Scoprire: Ein Herz inmitten der Stadt auf der Piazza dei Signori: Ein Markt in Herzform, mit rotem Teppich in der Mitte, voller regionaler Spezialitäten und Handwerkskunst. Es bildet eine Art zentralen Treffpunkt, von dem man irgendwie immer ausgeht und wieder hinkommt.

Bedanken muß man sich bei dem Veranstalter für die schöne Dekoration, die ganz romantisch ausgelegt, mit roten Herzen an allen Ecken, eine verliebte Grundstimmung schaffen. Aber auch die Geschäfte wurden für diese vier Tage neu dekoriert.

Am Donnerstag Abend geht dann das verschmuste Wochenende offiziell los mit einer Eröffnungsfeier um 17.00 Uhr, oder anders ausgedrückt, bei Einbruch der Dunkelheit. Passend, nachdem man vorher die Möglichkeit der Walking Tour in Love genossen hat. Für jemanden, der das erste Mal in Verona ist, eine gute Gelegenheit die romantischen Plätze Veronas von einem Profi gezeigt zu bekommen. Nebenbei ist im Preis der Führung auch der Eintritt der Torre dei Lamberti, die Türme von denen man das rote Herz aus Marktständen aus der besten Perspektive sieht, nämlich von oben.

Wenn man die Unterkunft nur mit Frühstück gebucht hat, hat an diesen Tagen seine Vorteile: Denn in Verona gibt es die Möglichkeit ein spezielles Liebesmenü (due cuori a tavola) zu bestellen und zwar in den teilnehmenden Ristoranti in Love. Ich ziehe es allerdings immer vor, mich an den Ständen der Piazza dei Signori durchzukosten und zwischendurch muß ich dann ohnehin den sinkenden Zuckerspiegel an der Piazza Bra bekämpfen, denn hier sind die Dolcemente in Love: Hausgemachte Patisserie, die jede Naschkatze (-kater) schnurren läßt – mit einem oder zwei Espressi als Abrundung, ein Pflichtprogramm zwischen den anderen Vergnügungen.

Am ersten Tag (vormittags) sollte man sich auch unbedingt das Sigillo d’Amore holen: eine Besiegelung der Liebe zu seinem Partner in Form einer Papierrolle. Die Namen werden geschrieben in gotischer Schrift und die Rolle wird mit einem Wachssiegel versehen. Die Kosten von €3.- kommen einem guten Zweck zu Gute, heuer war es das Projekt Roberto. Ein Geschenk, daß nicht nur dem geliebten Partner eine Freude bereitet, sondern eben auch Sinn macht.

Der Höhepunkt ist natürlich der Valentinstag selbst. Während man tagsüber zwischen Artisten und Konzerten hin und hergerissen ist, kann man auch bei freiem Eintritt das Haus Julias besichtigen und unbedingt sollte man dabei die rechte Brust der Bronzestatue in Gestalt Julias anfassen – das Glück in der Liebe sei einem dann sicher (die Gebrauchsspuren lassen auf eine bessere Welt hoffen).

Bei Einbruch der Dunkelheit sollte man sich wieder an der Piazza dei Signori einfinden, denn jetzt beginnt das Dauerküssen. Um Punkt 18.00 Uhr wird für (mind) eine Minute geküßt, inmitten des Cuore da Scoprire. Einige scheinen dabei 10 Minuten für eine Minute zu halten. Es herrscht dabei tatsächlich eine Atmosphäre, die einem die Gänsehaut aufsteigen und schlechte Energie, Alltagsprobleme und sonstige Streitigkeiten daneben wertlos erscheinen läßt.

Unterbrochen wird das Dauerküssen im Cuore di Baci (Herz der Küsse) nur durch die Soffi d’Amore: lauter rote Herzen fallen vom Himmel, ein Begeisterungssturm wird dabei ausgelöst, man möchte meinen, das es ein weltbewegendes Ereignis ist. Aber das ist Italien: Ein Land der Liebe, ein Land der Emotionen.

Am Samstag Abend gab es dann noch ein Gustostückerl für Liebhaber der Klassik: Opera in Love mit Romeo e Giulietta.

Verona in Love ist ein empfehlenswertes Wochenende für Verliebte und für Alle, die ein Stück Kulturgeschichte mitgestalten wollen. Denn es soll ein aktives Fest sein, bei dem die Besucher die Darsteller sind.

Habe ich Euch einen Appetit auf dieses Fest gemacht? Fahrt hin – erlebt es – Ihr werdet sehen

Cari saluti, Giovanni

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Fieracavalli 2013

Eine außergewöhnliche Messe für Pferdeliebhaber

Liebhaber des Reitsports oder einfach nur Pferdeliebhaber hatten vorige Woche wieder einen guten Grund ein paar Tage Urlaub zu nehmen: die Fieracavalli 2013 fand wieder in Verona statt und für sehr viele Fans waren vom 7.-10. November die Messehallen ihr zuhause.

Was für Pferdeliebhaber bekannt sein dürfte und gerne besucht wird, möchte ich auch anderen Interessierten nahe legen, denn die Fieracavalli ist nicht nur eine Messe, sondern vielmehr ein großes Treffen, das Spaß macht und Pferde zum „anfassen“ bietet.

Was ursprünglich im Jahre 1898 als einfache Pferdemesse begann, hat nach 115 Jahren eine gewaltige Dimension angenommen. Die Leidenschaft für Pferde ist an jeder Ecke zu spüren und läßt einen vergessen auf einer Messe zu sein, stattdessen kommt  das Gefühl auf, man befinde sich im Reitstall eines Freundes und man feiere eben ein wenig mit anderen Freunden. Das kulinarische Angebot zeugt dann vom guten Geschmack des Gastgebers.

Hunderttausende Besucher zieht dieses Fest der Pferde jedes Jahr an und bewundern ca 2500 Pferde und können sich bei mehr als 600 Ausstellern über Neuigkeiten informieren. Langeweile ist also sicher nicht das Problem dieser Tage, stattdessen verfliegt die Zeit.

Bei all dem Interesse, daß jeder mitbringt, sollte man aber dem Genuß den Vortritt lassen, denn erst mit der nötigen Ruhe kann man diese wunderbare Welt so erleben wie es angemessen ist.

In den Hallen werden nach Themen geordnet, Pferderassen, Pflege und Kleidung gezeigt und dabei bleibt keine Frage unbeantwortet und kein Wunsch unerfüllt.

Die Fieracavalli ist aber vor Allem durch ihre Veranstaltungen interessant: So findet der Worldcup im Springreiten statt und unterstreicht den sportlichen Character der Messe.

Am Abend gibt es den eleganten Teil mit der Gala d‘ Oro Opera, die unter der bewährten Regie von Antonio Giarola jedesmal für Begeisterung und Gänsehaut sorgt. Licht, Musik und Choreografie bildet eine großartige Oper, in der Phantasie und Wirklichkeit verschwimmt und eine großartige Traumwelt vor den Augen des Besuchers erscheinen läßt. Gala d‘ Oro Opera stand heuer ganz im Zeichen des 200. Geburtstag von Giuseppe Verdi und Richard Wagner und ein weiteres Jubiläum wurde gleich mitgefeiert: Das 100 jährige Jubiläum der Arena di Verona, die seit 1913 wieder regelmäßig für Opern zur Verfügung steht und durch ihre ausgezeichente Akkustik jeden Musikliebhaber den Puls höher schlagen läßt. Bezeichnenderweise wurde diese Arena, die etwa im Jahre 30 nChr errichtet wurde, 1913 mit Aida von Giuseppe Verdi wiedereröffnet. Geschichtsträchtiger Hintergrund, der mit dieser Gala sehr gut dargestellt wurde.

Für die Anhänger des Westernreitens bieten die Westernshows eine geeignete Möglichkeit ihren Interessen nachzugehen und sind auch für die ganze Familie ein Spaß.  Darbietungen der Country-Western Tanzschulen und der Saloon mit der Countrymusik läßt das nötige Flair aufkommen.

Das Kinderdorf (villagio del bambino) sorgt dann endgültig für die Unterhaltung der Kleinen und wurde heuer um einige Attraktionen erweitert.

Eine ganz besondere Messe, die zum Eintrittspreis von €23.- sehr viel zu bieten hat. Die Galavorstellungen und die Turniere kosten zwar extra, sorgen aber dafür auch für eine Extragänsehaut.

Cari Saluti, Giovanni