Auguri di Buon Compleanno Terence Hill!

Mario Girotti wird heute 75 und kein bißchen leise. Terence Hill ein Garant für coole Sprüche und sportliche Einlagen

 

Terence Hill, oder wie er bürgerlich heißt, Mario Girotti, läßt die Herzen der Fans höher schlagen, wenn er Teil eines Films ist und sofort werden auch Erinnerungen an das Duo Terence Hill und Bud Spencer wach.

Wer kennt sie nicht, die Italowestern mit ihren legendären Sprüchen, die wahre Fans schon im voraus zitieren können, wenn sie diese Filme sehen. Ich selbst erwische mich immer wieder, daß ich den Text schon im voraus kenne oder, daß wir mit Freunden um die Wette diese Sprüche klopfen.

Man kann mit Recht sagen, daß Terence Hill einen festen Platz im Gedächtnis unserer Generation eingenommen hat. Filme wie „Die rechte und die linke Hand des Teufels“, „Vier Fäuste für ein Halleluja“, „Verflucht, verdammt und Halleluja“,  „Zwei Himmelhunde auf dem Weg zur Hölle“, “ Zwei wie Pech und Schwefel“,  „Zwei Missionare“, „Zwei außer Rand und Band“ oder allein in den Filmen „Mein Name ist Nobody“, „Nobody ist der Größte“, „Renegade“, „Lucky Luke“, „Der Supercop“, „Keiner haut wie Don Camillo“,  stellen nur einen ganz groben Überblick dar, die uns an diese großartige Zeit erinnern sollen, die uns eine Menge Spaß im Kinosaal oder vor dem Fernseher bereiteten.

Ich kann gar nicht die Frage beantworten, welcher Film mir am Besten gefallen hat, obwohl die Italoklassiker natürlich ganz oben stehen. Ich kann auch nicht sagen, ob sie mit 4 Fäusten oder jeweils allein mit 2 Fäusten und lustigen Szenen besser zur Geltung kommen. Tatsache ist, daß sie nach 30 oder 40 Jahren (ja so lange sind diese Filme schon her) noch immer faszinieren und vergleichbare Darsteller schwer zu finden sind.

Prügelszenen ohne irgendwelche Verletzungen(!), Drehorte, Figuren und Geschichten machen sie sowohl für Kinder als auch für Erwachsene gleichermaßen interessant. Sie sind noch immer spannend und strapazieren die Lachmuskeln, erst Recht, wenn man sie im Freundeskreis unter Gleichgesinnten ansieht.

Die „Schlägerein“ machen es im Grunde immer wieder aus, daß der Spaß nicht zu kurz kommt, aber nie floß ein Tropfen Blut – für heutige Filme beinahe unvorstellbar, in denen die Körperteile sich in Szenen aufzulösen scheinen. Mir sind jedenfalls Geschichten lieber, die zwar die dunkle Seite der handelnden Figuren darstellen, aber sie gleichzeitig auch wieder abschwächen. Das Leben ist hart genug, man muß sich nicht auch noch in der Phantasiewelt damit beschäftigen. Angeblich soll es einmal aus Unachtsamkeit passiert sein, daß ein Treffer nicht vorbeizog – also quasi ein „Arbeitsunfall“.

Während die Filme wohl hinlänglich bekannt sein dürften, so wenig weiß man eigentlich von der Person Mario Girotti, aber die hat noch viel mehr zu bieten.

Geboren am 29. März 1939 in Venedig verbindet er zwei Welten in einer Person: Einerseits die blauen Augen und das blonde Haar der Germanen und andererseits das Temperament und die Feinfühligkeit der Italiener. Während die deutsche Gründlichkeit wahrscheinlich dafür sorgte, daß er erfolgreich war, so war die italienische Seite in ihm dafür verantwortlich, daß der Spaß in der Schauspielerei Ausdruck fand. Obwohl sein Vater Girolamo Girotti einen naturwissenschaftlichen Beruf als Chemiker ausübte und als Yoga Papst Italiens galt und seine Mutter Hildegard Thieme die deutsche Seite einbrachte, war für ihn schon bald klar, daß das Schauspiel seine Erfüllung darstellte.

Terence Hill lebte im Grundschulalter in Deutschland, wo auch sein Vater beschäftigt war, und übersiedelte nach dem 2. Weltkrieg nach Italien, genauer nach Amelia in Umbrien. Hier machte er die Schule fertig und studierte sogar ein paar Semester.

Mit 12 Jahren (!) hatte er aber schon sein erstes Filmengagement im Film „Vacanze col gangster“. Das war ein offensichtlich so prägendes Ereignis, daß er danach mit der Schauspielschule begann. Er schlug also einen vollkommen anderen Weg ein, als er familiär vielleicht vorgegeben schien.

Terence Hill spricht natürlich, bedingt durch seine verschiedenen Wurzeln, Deutsch und Italienisch muttersprachlich und wurde in beiden Sprachen auch als Schauspieler bekannt und sogar berühmt.

Weniger bekannt sein dürfte, daß er in Karl May Verfilmungen in „Old Surehand“ und „Winnetou 2“ dabei war und noch weniger dürften wissen, daß er auch im deutschen Heimatfilm „Ruf der Wälder“ neben Paul Hörbiger und Rudolf Prack mitwirkte.

Es kann also sein, daß Mario Girotti diesen Blogbeitrag in deutsch liest, eine Ehre an die ich als großer Fan seiner schauspielerischen Leistungen, aber auch als Bewunderer seiner Person gar nicht denken mag.

Aber als Weltenbummler gelang es ihm auch in englischer Sprache zu überzeugen und so wundert es nicht, daß ihm auch auf dem amerikanischen Filmmarkt der Durchbruch gelang.

Lustig ist auch die Geschichte wie aus Mario Girotti „Terence Hill“ wurde:

International sah man Schwierigkeiten einen italienischen Namen zu vermarkten und so schlug man ihm ein paar Namen vor und „Terence Hill“ war dann gleich seine Wahl – smart und schnell wie er eben ist.

Terence Hill, der ein Liebhaber von Kunst und Kultur ist, lebt seit mehr als 40 Jahren auf einer Ranch in Massachusetts. Seine Frau Lori Zwicklbauer, die zwar Amerikanerin ist, aber deren Wurzeln auch in Bayern zu finden sind, unterstützt ihn an seiner Seite. Sein Sohn Jess Hill und sein Adoptivsohn Ross Hill begannen sogar noch früher die Schauspielkarriere als ihr Vater.

Jess Hill wurde von uns schon öfter in den Filmen gesehen, als es uns wahrscheinlich bewußt ist: Schon als Baby begann seine Karriere im Film „Die rechte und die linke Hand des Teufels“. Weiters wirkte er in  „Lucky Luke“ und auch in „Troublemaker“ mit.

Im Film „Keiner haut wie Don Camillo“ spielt Ross Hill den kleinen Magrino, der als Aussenseiter von Don Camillo eine besondere Chance bekommt und im Fußballteam als gerissenes Bürschchen mitspielen darf. Eine Rolle, die man sich mit diesem Hintergrundwissen vielleicht noch einmal genauer ansehen sollte, hat diese Situation doch eine besondere Raffinesse und bringt auch einen zusätzlichen Spaßfaktor.

In „Renegade“ spielt Ross Hill den gerissenen Matt, der mit seiner Art genauso wie sein Vater den Cleveren Part übernimmt. Überhaupt schien in diesem Film eine autobiografische Ader dabei zu sein. Schließlich schrieb Terence Hill auch das Drehbuch. So spielte nicht nur sein Sohn den quasi Adoptivsohn, sondern auch die besondere Beziehung zu den Pferden kommt in diesem Film sehr gut zur Geltung – falls es einen Pferdeflüsterer gibt, Terence Hill ist sicher einer von ihnen. Geradezu unglaublich die Schmuseszene mit dem Pferd, hier kommt die menschliche Qualität Terence Hills besonders heraus.

Er liebt den Umgang mit den Pferden, ist ein ausgezeichneter Reiter, wie wir alle wissen, und ein ganz besonderer Naturliebhaber. Diese Eigenschaft macht es wahrscheinlich aus, daß seine Filme immer authentisch wirken.

Doch Ross Hill verunglückte 1990 tödlich bei einem Autounfall.

Auch heute ist Terence Hill noch immer aktiv: Momentan startet in Italien die 9. Staffel von Don Matteo, die er eingangs im Video auch vorstellt. Er spielt darin einen Pfarrer, der der Polizei bei der Lösung von Kriminalfällen behilflich ist.

Weiters  drehte er die Fernsehserie „Un passo dal cielo“ in 2 Staffeln, die erst letztes Jahr auch als Film zu sehen war.

 

 

Eine unglaubliche Persönlichkeit hat heute Geburtstag und wir wünschen ihm

 

Alles Gute, viel Glück und Gesundheit – Terence Hill

 

und wenn einmal ein Problem ansteht, denke an Deinen Satz:

„Laß mal, dem beiße ich eine Beule in den Bart, daß ihm die Hose wegfliegt“

 

Cari saluti, Giovanni

 

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Am Schluß habe ich noch diverse Zitate aus den Filmen – ich wünsche Euch viel Spaß:

 

Terence Hill

Bumse macht und unten ist er, da sieht man mal wie leicht man abstürzen kann.

Wenn Du mich noch einmal duzt, dann hau ich Dir eine Delle in die Gewürzgurke.

So und nun hol ihn raus, den Zahn meine ich, denn wer weiß was Du sonst noch herausholst, ist so schon so eine schlechte Luft hier.

Dann gibt es eine vor die Sapperrinne…

Komm raus, Dir hau ich die Raupen aus der Nuß.

Türen sind zum Aufmachen da, sind ja keine Windmühlenflügel.

Ja, schmeckt gar nicht mal so gut

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Polizei: Du hast die 70 überschritten!

Terence Hill: Dafür sehe ich doch noch gut aus

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Terence Hill: Was hat er, zieht er Nebenluft, hat er offene Socken?

Nein er hat kürzlich eine vor die Birne bekommen, das hat ihm nicht bekommen

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bei der Geisterbeschwörung: Schnarsonier, Schnarsoniiiier, Schnarrrrsoniiiiiierrrrr

Terence Hill: Schnaps und ein Biiieeerrrr,        … das könnte ich jetzt auch vertragen.

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Terence Hill: die gehen nach Ontario in Canada, weiß Du wo das ist?

Bud Spencer: Hinter Jason´s Hütte und dann links.

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Bud Spencer: Habe ich das doch glatt vergessen

Terence Hill: Nicht verwunderlich bei der geringen Anzahl Deiner grauen Zellen.

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Terence Hill: Die haben unsere Mutter beleidigt.

Bud Spencer: was haben sie denn gesagt?

Terence Hill: Sie sei eine alte Hure

Bud Spencer: aber das stimmt doch

Terence Hill: na so alt ist sie nun auch wieder nicht

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Terence Hill: Kennst Du die Malediven?

Bud Spencer: Flüchtig, hab mal mit ihnen gegessen

Terence Hill: Dann kannst Du sie mir ja mal vorstellen

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Türsteher: Ich darf sie nur hereinlassen, wenn sie Mitglied sind:

Terence Hill: Wir sind Mitglied, ohne hätten wir eine zu hohe Stimme.

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Sedilo: Ardia di San Costantino

Heute herrscht der Ausnahmezustand in einem kleinen sardischen Dorf:

Ardia in onore di Santu Antinu

Sedilo, ein kleiner Ort in der Mitte von Sardinien, ist heute Mittelpunkt eines großartigen Kulturschauspiels – Die Ardia zu Ehren des heiligen Konstantin (= Santu Antinu).

Diese jahrhunderte alte Tradition ist auch heuer wieder ein Höhepunkt auf Sardinien und sollte jedenfalls einmal von den Liebhabern dieser Insel gesehen worden sein.

Jedes Jahr Anfang Juli findet dieses ursprüngliche Pferderennen statt und soll zur Ehre des Kaisers Konstantin gereichen, der als Wegbereiter des Christentums gilt und in der Schlacht bei der milvischen Brücke (312 n Chr) eine Christuserscheinung gehabt haben soll.

Und genau diese Erscheinung soll der Grund dafür gewesen sein, daß die Schlacht über die Heiden siegreich verlief.

Dieser Sieg über die Ungläubigen wird jedes Jahr nachgespielt, wobei der Austragungsort die Wallfahrtskirche Santuario di San Costantino ist.

Der Priester hat die schwierige Aufgabe den Anführer des Rennens zu ernennen, der einer chronologischen Reihenfolge unterliegt. Schon als Kind werden sie in einer Liste eingetragen, um später die begehrte Standarte im Rennen zu verteidigen.

Denn der Anführer und erster Fahnenträger stellt Kaiser Konstantin dar und dieser bestimmt noch zwei weitere Fahnenträger, die ihn zusammen mit der Eskorte gegenüber den Heiden verteidigen.

Und die Heiden sind die übrigen Reiter, die aus mehreren Duzent bestehen. Zusammen mit einer recht schwierigen Rennstrecke, die teils sehr steil und steinig ist, gleicht es einer echten Mutprobe eine Ardia anzuführen, zumal der Anführer den gesamten Verlauf des Rennens bestimmt.

Er bestimmt, wann das Rennen anfängt, denn er reitet einfach unvermittelt los, dicht gefolgt von den beiden anderen Fahnenträgern und beschützt von einer sehr kleinen Eskorte, die wenigstens versucht kurz den Rest der Meute aufzuhalten. Die ersten Sekunden entscheiden über den Verlauf des Rennens.

Sinn ist es, daß der erste Fahnenträger von niemanden überholt wird und somit das Christentum siegt und dabei wird niemanden etwas geschenkt, denn es geht den Reitern nicht nur um das Spiel, sondern vor Allem auch um die Ehre als guter Reiter zu gelten.

Regeln gibt es keine, außer daß die Teilnehmer aus Sedilo sein müssen; und das bedingt natürlich auch eine gewisse Härte, die auch schon Unfälle bewirkt hat.

Die Tatsache, daß auf sardischen Anglo-Araber (Sardo), ein Warmblut dessen Ursprung im Araber zu suchen ist, geritten wird, die als besonders schnell gelten, macht die Sache nicht ungefährlicher.

Nach dem ersten Abschnitt des Rennens wird die Wallfahrtskirche  Santuario di San Costantino in einer ungeraden Anzahl im Schritt umrundet, also 3,5 oder 7 mal. Der erste Standartenträger entscheidet wiederrum, wann das Rennen fortgesetzt wird, wenn er plötzlich wieder den Galopp aufnimmt.

Während der Umrundung der Kirche haben die Zuseher die Möglichkeit die geweihten Standarten zu berühren.

Beim Rennen selbst werden die Reiter von den Fucilieri (Schützen) begleitet. Diese Schützen stehen am Rand des Rennens und stellen das Heer des heiligen Konstantin dar, wobei es einerseits ein akkustisches, aber vor Allem ein optisches, wegen der schönen Gewehre, Ereignis darstellt.

Die Schrotpatronen (einige 1000) dafür wurden am Vortag im Rahmen eines großen Festes selbst hergestellt und dabei wird die Ardia bereits zur Verkündung „eingeschoßen“.

Das impliziert natürlich auch, daß die Pferde nicht nur sehr geländegängig sein müssen, sondern vor Allem schußfest, denn gerade bei der Umrundung der Wallfahrtskirche können einige Salven abgeschossen werden und dabei darf das Pferd nicht schreckhaft sein, das bei einem Fluchttier natürlich ein Problem darstellt.

Die Ardia, eines der wichtigsten Ereignisse auf Sardinien und eines der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Teilnehmers, denn war sein Leben vor der Ardia vielleicht ein einfaches Leben eines Hirten, so ist es nach der Ardia ein Leben eines Helden und die Zeitrechnung scheint neu zu beginnen; Alles wird genau beobachtet und begutachtet und somit ist eine gewisse Vorbildwirkung nicht abzustreiten.

Alles in allem ein Fest, das kein Sardinienliebhaber versäumen sollte, allein schon wegen der angenehmen, familiären Stimmung rund um das Reiterspektakel.

Buon Sabato, Giovanni