Verona in Love

„Se ami qualcuno portalo a Verona“

Wenn Du jemanden liebst, dann bring´ ihn nach Verona

Italien ist das Land der Feste, Italien ist das Land der Freude und Italien ist das Land der Liebe. Das wußte schon Shakespeare und wählte für die Tragödie von Romeo und Julia Verona aus.

Und in Verona findet auch ein ganz besonderes Fest statt, das italienischer nicht sein könnte; es ist am Wochenende nach dem 14. Februar, dem Valentinstag.

Es wird geküßt, geliebt, verlobt und geheiratet in dieser Zeit, in der Verona in Love ist. Während im nördlichen Raum der Valentinstag ein eher stiefmütterliches Dasein fristet, so erlebt er in Italien eine wahre Renaissance und das jedes Jahr. Jeder, der frisch verliebt ist oder auch nur seinem Partner zeigen möchte, wie er ihn liebt, sollte einmal an diesem Fest teilnehmen. Es gibt viele Angebote zu nutzen, die oftmals zu zweit billiger sind. Es ist die ganze Stadt darauf ausgelegt, daß man sie an diesem Wochenende zu zweit besucht und selbst wenn man allein die Stadt der Liebe besucht, sollte man unter Umständen auch in den Genuß der Zweisamkeit kommen. Denn an diesem Wochenende ist niemand gerne allein.

Eines vorweg: Am Besten reist man mit dem Zug nach Verona, die ÖBB und DB waren unter Anderen Sponsor von Verona in Love und hatten täglich 5 Abfahrten ab München zum Sonderpreis parat. Und nochetwas ist zu beachten: Die Unterkunft sollte man rechtzeitig buchen, wenn man nicht gerade die Möglichkeit hat bei Freunden unterzukommen. Sehr viele buchen die Unterkunft schon weit im Voraus, weil dieses Treffen der Liebenden gerne regelmäßig besucht wird. Man darf sich also nicht wundern, wenn  man einige bekannte Gesichter im nächsten Jahr wiedersieht.

Wenn man die Zeit aufbringen kann, sollte man bereits am Anfang der Woche anreisen, denn man braucht durchaus seine Zeit, bis man sich seine Aktivitäten vor Ort aussucht. Außerdem ist es schön mitzuerleben, wie eine Stadt in eine Art Ausnahmezustand gerät.

Im Smartphone Zeitalter stellt Verona hierfür eine eigene App zur Verfügung, die eine social media function beeinhaltet und somit eine Kommunikation unter Verona in Love Teilnehmern ermöglicht. Übrigens ist dabei italienisch nicht die einzige Sprache, die geschrieben wird. Ein nette Variante das Fest noch kommunikativer zu veranstalten. Generell wird man schnell Anschluß finden, wenn man es denn will.

Langeweile kommt aber sicher nicht an diesen Tagen auf, wenn man sich von der Stimmung mitreisen läßt. Spezielle Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen und italienisches Treiben – und egal wohin man blickt fröhliche und scheinbar frisch verliebte Menschen.

Das Zentrum bildet das Cuore da Scoprire: Ein Herz inmitten der Stadt auf der Piazza dei Signori: Ein Markt in Herzform, mit rotem Teppich in der Mitte, voller regionaler Spezialitäten und Handwerkskunst. Es bildet eine Art zentralen Treffpunkt, von dem man irgendwie immer ausgeht und wieder hinkommt.

Bedanken muß man sich bei dem Veranstalter für die schöne Dekoration, die ganz romantisch ausgelegt, mit roten Herzen an allen Ecken, eine verliebte Grundstimmung schaffen. Aber auch die Geschäfte wurden für diese vier Tage neu dekoriert.

Am Donnerstag Abend geht dann das verschmuste Wochenende offiziell los mit einer Eröffnungsfeier um 17.00 Uhr, oder anders ausgedrückt, bei Einbruch der Dunkelheit. Passend, nachdem man vorher die Möglichkeit der Walking Tour in Love genossen hat. Für jemanden, der das erste Mal in Verona ist, eine gute Gelegenheit die romantischen Plätze Veronas von einem Profi gezeigt zu bekommen. Nebenbei ist im Preis der Führung auch der Eintritt der Torre dei Lamberti, die Türme von denen man das rote Herz aus Marktständen aus der besten Perspektive sieht, nämlich von oben.

Wenn man die Unterkunft nur mit Frühstück gebucht hat, hat an diesen Tagen seine Vorteile: Denn in Verona gibt es die Möglichkeit ein spezielles Liebesmenü (due cuori a tavola) zu bestellen und zwar in den teilnehmenden Ristoranti in Love. Ich ziehe es allerdings immer vor, mich an den Ständen der Piazza dei Signori durchzukosten und zwischendurch muß ich dann ohnehin den sinkenden Zuckerspiegel an der Piazza Bra bekämpfen, denn hier sind die Dolcemente in Love: Hausgemachte Patisserie, die jede Naschkatze (-kater) schnurren läßt – mit einem oder zwei Espressi als Abrundung, ein Pflichtprogramm zwischen den anderen Vergnügungen.

Am ersten Tag (vormittags) sollte man sich auch unbedingt das Sigillo d’Amore holen: eine Besiegelung der Liebe zu seinem Partner in Form einer Papierrolle. Die Namen werden geschrieben in gotischer Schrift und die Rolle wird mit einem Wachssiegel versehen. Die Kosten von €3.- kommen einem guten Zweck zu Gute, heuer war es das Projekt Roberto. Ein Geschenk, daß nicht nur dem geliebten Partner eine Freude bereitet, sondern eben auch Sinn macht.

Der Höhepunkt ist natürlich der Valentinstag selbst. Während man tagsüber zwischen Artisten und Konzerten hin und hergerissen ist, kann man auch bei freiem Eintritt das Haus Julias besichtigen und unbedingt sollte man dabei die rechte Brust der Bronzestatue in Gestalt Julias anfassen – das Glück in der Liebe sei einem dann sicher (die Gebrauchsspuren lassen auf eine bessere Welt hoffen).

Bei Einbruch der Dunkelheit sollte man sich wieder an der Piazza dei Signori einfinden, denn jetzt beginnt das Dauerküssen. Um Punkt 18.00 Uhr wird für (mind) eine Minute geküßt, inmitten des Cuore da Scoprire. Einige scheinen dabei 10 Minuten für eine Minute zu halten. Es herrscht dabei tatsächlich eine Atmosphäre, die einem die Gänsehaut aufsteigen und schlechte Energie, Alltagsprobleme und sonstige Streitigkeiten daneben wertlos erscheinen läßt.

Unterbrochen wird das Dauerküssen im Cuore di Baci (Herz der Küsse) nur durch die Soffi d’Amore: lauter rote Herzen fallen vom Himmel, ein Begeisterungssturm wird dabei ausgelöst, man möchte meinen, das es ein weltbewegendes Ereignis ist. Aber das ist Italien: Ein Land der Liebe, ein Land der Emotionen.

Am Samstag Abend gab es dann noch ein Gustostückerl für Liebhaber der Klassik: Opera in Love mit Romeo e Giulietta.

Verona in Love ist ein empfehlenswertes Wochenende für Verliebte und für Alle, die ein Stück Kulturgeschichte mitgestalten wollen. Denn es soll ein aktives Fest sein, bei dem die Besucher die Darsteller sind.

Habe ich Euch einen Appetit auf dieses Fest gemacht? Fahrt hin – erlebt es – Ihr werdet sehen

Cari saluti, Giovanni

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Die Barcolana – Regatta oder gesellschaftliches Ereignis

Das größte Ereignis für Segelfreunde in der Adria

Nachdem uns jetzt bald der Winter im Griff hat und ich mit Freunden in letzter Zeit über das eine oder andere Erlebnis gesprochen habe, möchte ich eines aus dem Herbst herausnehmen, um das sommerliche Gefühl kurz wieder aufkommen zu lassen.

Immer am 2. Sonntag im Oktober findet ein Event für Segelfreunde statt, das eigentlich nicht versäumt werden sollte. Jeder Skipper, jeder Freund der Winde und der Wellen oder auch nur maritim Interessierte kann ich dieses Zusammentreffen Gleichgesinnter empfehlen: Die Barcolana

Eine Woche vor dem großen Sonntag steht ganz Triest im Zeichen der Coppa d’Autunno (Herbstpokals). Segelbegeisterung überall wohin man sehen kann. Dabei hat man das Gefühl, daß alle plötzlich segeln oder zumindest so tun als ob. Falls man mit der eigenen Yacht kommt, sollte man schon rechtzeitig anlegen, denn sonst werden Liegeplätze rar, nein sie existieren einfach nicht.

Der ganze Golf von Triest wird zu einem Inselmeer, bestehend aus hunderten Yachten, deren Mannschaften vor lauter Begeisterung tagelang nicht schlafen können und nur ein Thema haben: Segeln.

Fragen wie man auf gewisse Situationen am Besten reagieren könnte und wie die Manöver besser gestaltet werden können, sind nicht nur an der Tagesordnung, sondern bestimmen auch die Nachtordnung.

Man hat das Gefühl, als bestünde das Meer aus schwimmenden Lokalen, die als Dekoration einen Mast mit der gesamten Takelage aufgestellt haben. Es ist ein Fest zu Land und zu Wasser.

Und diese Begeisterung kann man natürlich nirgendwo besser ausleben als in Italien und erst recht in Triest. Schon am Ortsanfang steht: Trieste, città della Barcolana. Viele haben sich bis jetzt vielleicht gefragt, was denn das bedeuten solle und kommen jetzt in den Genuß, das größte Segelevent zu erleben, das die Adria zu bieten hat und schon längst identitätsbestimmend für diese wunderbare Stadt ist.

Die Route lauft wie jedes Jahr zwischen Barcola und dem Schloß Miramar. Keine besonders lange Fahrtstrecke, die für Zuseher sehr gut gewählt ist, denn sie ist entlang des Küstenstreifens sehr gut einsehbar und stimmungsgeladen, allerdings für die Skipper ein echtes Problem.

Denn an dieser Regatta nehmen Profis und Amateure gleichermaßen teil und dann ist schnell Schluß mit der Freiheit am Meer. Wenn so wie in den letzten Jahren ca 2000 Schiffe teilnehmen und plötzlich an der Wendemarke die Richtung wechseln (wollen), dann sieht man leider auch oft unverblümt, wer in den letzten Tagen nur vom Segeln redete oder es auch kann.

„Ich bin kein Freund einer Regatta“ sagte ich damals „mir tun die Schiffe immer leid“, daraufhin, wie bestellt, kam sofort das Kontra mit schallendem Gelächter: „Das ist ja keine Regatta, das ist ja nur eine Spazierfahrt!“ Aber leider nicht minder gefährlich: Wenn Anfänger plötzlich 36 Fuß wenden wollen und ein anderer in voller Fahrt daherkommt, sind Konflikte vorprogrammiert und die Yacht sollte einem nicht schade sein – mit kleinen Remplern sollte man locker umgehen können, große muß man geschickt selbst verhindern.

Jeder ist sich selbst der Nächste und man kann nicht erwarten, daß die gegnerische Yacht über einen Skipper verfügt, der die nötigen Seemeilen an Erfahrung hat, daß er der Regatta gewachsen ist. Es ist wie im Straßenverkehr: Rechne mit den Fehlern des Anderen.

Nichtsdestotrotz kann ich jedem Segler dieses Erlebnis ans Herz legen: Die Erfahrenen werden sie schon gesegelt sein und für die Anderen, die gerne einmal an einer Regatta teilnehmen wollen, ist es eine gute Möglichkeit etwas zu schnuppern und Teil einer Begeisterung zu sein, die einem nicht mehr losläßt.

Allerdings muß ich gleichzeitig betonen, daß man am Ufer wahrscheinlich noch viel mehr Spaß hat. Menschenschlangen, lautstarkes gestikulieren, mitfiebern mit Freunden, dazwischen einen gepflegten Espresso – Lebensqualität, die keine Wünsche offen läßt.

Ob man die Barcolana selbst erfährt oder nur ein Teil des Festes am Land ist, ist in diesem Fall jedem selbst überlassen und vollkommen gleichwertig. Den großen Vorteil den aber Segler genießen, sind die nächtelangen Feste auf der Yacht, die durch die Wettkampfstimmung schon einige Tage vorher viel Diskussionsstoff bieten.

An Land locken viele Hotels mit speziellen Angeboten in dieser Woche, die ein Übernachten interessant machen. Viele Feste, Konzerte, Ausstellungen und vor Allem die Segelmesse, die über Neuigkeiten des Segelsports informieren, bieten ein ausgezeichnetes Rahmenprogramm. Eigens aufgestellte Pavillons lassen auch den erwarteten kulinarschen Hochgenuß nicht vermissen.

Ein echtes Highlight, vor Allem für Oldtimerliebhaber, ist die Barcolana Classic: Historische Schiffe, oftmals von beträchtlichem Wert, messen sich in einer Regatta, die den Zuseher schnell in eine andere Zeit versetzen. Klassisches Segeln, wie es unsere Vorfahren noch perfekt beherrschten, läßt auch meinen Puls immerwieder höher schlagen.

Wie auch immer man an diesem Treffen der Yachten teilnehmen möchte, man sollte sich Zeit nehmen. Ich kann jedem nur empfehlen rechtzeitig zu buchen und die gesamte Woche vor der Barcolana zu genießen – es gehört einfach dazu.

Cari Saluti, Giovanni

Ferragosto! Ferragosto?!

Eine wichtige Institution gerät in die Krise

Ferragosto – Ein Begriff, den Viele lange Zeit gar nicht verstanden haben, was er bedeutet.

Es fiel nur auf, daß im August am Strand sehr viel los war und vor Allem sehr viele Italiener zeigten, wie man es sich am Strand mit seiner Familie gemütlich macht und am Besten sich lautstark und mit viel musica italiana unterhielt.

Es war ein Fest, ein Treffen, eine ungezwungene Spielerei – heute würde man dazu sagen: Es war DAS Event: Ferragosto.

Das ganze Jahr über freute man sich, daß um den 15. August der Urlaub war und nicht selten wurde es ganz besonders zelebriert. Verwandtschaft aus dem Süden kam und traf sich in der Mitte des Stiefels mit seinen Liebsten aus dem Norden; oder Freunde, die sich aus vergangenen Jahren kannten, machten sich Treffpunkte aus, um gemeinsam den Urlaub zu verbringen.

Ferragosto, die Ferien im August, war ein Pflilchttermin und zwar für Alle.

Eine Institution, die sich fest etablierte und schon auf das restliche Europa überzugreifen begann; Eine feste Gegebenheit, die vielerlei Vorteile, aber natürlich auch ihre Nachteile hat.

Während sich Gesamtitalien organisierte und den Urlaub um den heißesten Tag des Jahres plante, konnte in Fabriken alles vorbereitet werden, um Maschinen in den leerstehenden Hallen zu servieren.

Ferragosto wurde gerne genutzt, um Dinge zu erledigen, die sonst das Personal blockieren würde.

Außerdem war ein großer Vorteil, daß Urlaube nicht abgesprochen werden mußten, um eventuell Produktionsabläufe aufrechtzuerhalten. Auch schwach besetzte Büros in den Sommermonaten waren unbekannt.

Es wurde einfach die heißeste Zeit im Jahr dafür genutzt, um Urlaub zu machen. Büros, Ämter, Fabriken, … wurden komplett geschlossen und die durch die Hitze und Fehlen des Personals bedingte schwache Produktivität wurde somit umgangen. Ferragosto, eine Erfindung, die auf Kaiser Augustus 29 v Chr zurückgeht, der seinen Sieg über Marcus Antonius und Kleopatra über 3 Tage feierte; und wenn man Ferragosto früher miterleben durfte, schien es, als ob sie seit damals nie aufgehört hätten zu feiern.

Die Ferien im August verbrachte man am Meer, Nächte wurden zum Tag, Tage blieben Tage – es wurde einfach durchgefeiert mit allem was dazugehört: Feste, Feuerwerk, Musik

Urlaub in Italien, wie er nicht schöner sein könnte.

Die Kehrseite war natürlich, daß Geschäfte, Tankstellen, Werkstätten, Ämter etc geschlossen waren und quasi nur ein Notbetrieb aufrecht war und den wollte niemand gerne in Anspruch nehmen. Man kann sich vorstellen, daß die Wenigsten genau in dieser Zeit gerne arbeiteten.

Doch was ist jetzt los?

Seit Jahren bemerke ich schon, daß immer mehr Geschäfte nicht mehr schließen, um den „geschichtlich angeordneten“ Urlaub anzutreten – die neue Devise lautet: Aperto ad Agosto

Urlaub ist nicht drinnen, stattdessen wird bewußt geöffnet um Kunden zu bedienen. Telefonate und mails mit Freunden enden oft mit: Leider muß ich im August arbeiten.

Italien, das Land der Freude und der Ausgelassenheit, hat momentan andere Sorgen, als einen Uralub zu organisieren.

Die Krise zwingt die Menschen in den Städten zu bleiben.

Nanni Moretti beschreibt in seinem Film „Caro Diario“ (Liebes Tagebuch) im 1. Teil „auf der Vespa“, wie menschenleer Rom im August ist, wenn er mit seiner Vespa fahrend auf Entdeckungstour geht. Er ärgert sich, daß Kinos geschlossen sind und ganze Stadtviertel einfach ausgestorben sind.

Ein Stück Kulturgeschichte verschwindet zunehmend.

Städte sind nicht mehr menschenleer, stattdessen erfreuen sich öffentliche Schwimmbäder neuer Beliebtheit, weil sich nur mehr die Wenigsten überhaupt die Fahrt zum Meer leisten können oder überhaupt über die Feiertage öffen haben um die Touristen zu bedienen. Aber wer sind die Touristen, wer kann sich den teuersten Urlaub um den 15. August noch leisten? Während Italiener früher oft den gesamten August den Strand bewohnten, so sind es heute Menschen aus dem asiatischen Raum, die mit dem Begriff des „dolce far niente“ (dem süßen Nichtstun) nicht viel anfangen können, sondern in möglichst kurzer Zeit möglichst viel erledigen wollen.

Viel mehr sehe ich Listen in den Bars, wann welche Schiffe anlegen und wieder ablegen, oder welche Reisegruppen angemeldet sind. Eine Tourismusmaschine, die ich so nicht bevorzuge und ich deshalb sehr schnell das Weite ins Hinterland suche. Gestreßte Bedienung ohne Gespräche, und nicht, so wie ich es gewohnt war, einen gemütlichen Espresso genießend ein Gespräch oder Diskussion mit den Einheimischen.

Weder Italiener noch andere Europäer verbringen ihre Zeit am Strand und fröhnen dem Badespaß, der uns doch soviel bedeutet hat.

Eine langandauernde Traditon scheint zunehmend zu verschwinden für eine höhere Produktivität auf Kosten der Menschlichkeit.  Italiens Unternehmer warnen bereits vor sozialen Revolten, wenn es keine Zukunftsaussichten gibt.

Die Herkunft der Touristen zeigt aber, daß die Probleme nicht auf Italien beschränkt sind, sondern eben ein Gesamteuropäisches ist.

Viele Unternehmer kämpfen in Italien ums Überleben und niemand hat richtig Freude daran, sich einen Urlaub am Meer zu gönnen, abgesehen von den mangelnden finanziellen Möglichkeiten Vieler.

Die Regierung Letta versucht vom Sparkurs abzuweichen und möchte Investitionen locker machen, um Arbeitsplätze zu schaffen, doch bis das Geld in der Volkswirtschaft im Umlauf ist, wird es noch einige Gezeiten benötigen.

Bis dahin werden alle froh sein, daß diejenigen den Strand besichtigen und die Kaffees fotografieren, die noch Geld haben; Europäer sind es jedenfalls großteils nicht und Nanni Moretti hätte heute die größte Freude, wenn er mit seiner Vespa durch Rom fahrt und wenigstens Menschen sehen könnte – denn seine Kinos haben schon längst für immer geschlossen.

Ferragosto wird hoffentlich nicht vollkommen in die Phantasie verschwinden, so wie es Cammariere am Anfang singt.

Cari Saluti, Giovanni

Reihenfolge Serie Commissario Montalbano

 

Commissario Salvo Montalbano dargestellt von Luca Zingaretti, ist eine der erfolgreichsten Krimiserien in Italien.

Sein Einsatzgebiet erstreckt sich auf ganz Sizilien, wobei sein Kommissariat in Vigàta ist.

Vigàta eine fiktive Stadt auf Sizilien, die sich aus mehreren Drehorten an verschiedenen interessanten Plätzen (vor Allem in der Provinz Ragusa, sein fiktives Wohnhaus ist in Punta Secca) Siziliens zusammensetzt, ist sein Heimatort, den er nur ungern verläßt, um zum Beispiel mit seiner Freundin und Lebenspartnerin Livia Burlando (Katharina Böhm) auf Urlaub zu fahren.

Montalbano versucht immer seine Freundin Livia davon zu überzeugen, daß alles Interessante hier in Vigàta oder auf Sizilien ist und er nicht erst irgendwohin fahren muß, um etwas Schönes zu erleben.

Da seine Vorliebe nicht den Vorlieben seiner Lebensgefährtin entsprechen, erzeugt diese natürlich eine gewisse Spannung zwischen den Beiden und führt unweigerlich auch zu einer (fast?) Trennung und provoziert das Bild, daß Salvo Montalbano lieber Junggeselle bleibt, als sich zu binden und zu heiraten, so wie es sich Livia das immer vorstellt, wobei natürlich die Fernbeziehung (Livia wohnt und arbeitet in Genua) auch eine Rolle spielt.

Die Abneigung ein Schiff zu betreten, verstärkt auch die fehlende Reisebereitschaft, die als Liebeserklärung gegenüber Sizilien zu verstehen ist und wahrscheinlich auch so zu sehr viele Sympathien auf dieser Insel geführt hat.

Sizilien ohne Commissario Salvo Montalbano ist in Italien nicht mehr vorstellbar und Luca Zingaretti stellt diese Figur sehr überzeugend dar.

Die schüchterne und doch sehr durchsetzungsfähige, manchesmal auch launische Figur wird von ihm in einer so realitätsnahen Art gezeigt, daß man sich wünschte, ihn jetzt anrufen zu können um schnell mit ihm auf einen Kaffee zu gehen.

Andrea Camilleri, selbst Sizilianer, hat erst im Alter von 70 Jahren diese gigantische Figur geschaffen, die wahrscheinlich nur alle paar Jahre gelingt und mit der sich viele Menschen indentifizieren.

Salvo Montalbano ist eine Persönlichkeit und ein geborener Gerechtigkeitsfanatiker, den er als Polizist teilweise gut und teilweise schlecht ausleben kann; teilweise gut, weil er einen natürlichen Instinkt entwickelt zu haben scheint, kriminelle Machenschaften aufzuspüren und sich nicht fürchtet sie aufzudecken egal welche Authoritäten dahinter ihre Fäden ziehen und teilweise kann er seinen Gerechtigkeitsfanatismus schlecht ausleben, wenn er der Gerechtigkeit auf die Sprünge helfen will, mit Mitteln, die ein Polizist in dieser Form vielleicht nicht wählen sollte. Generell ist Montalbano eine gebildete und belesene Persönlichkeit, die keine Obrigkeitshörigkeit hat, ja ihr sogar immer sehr skeptisch begegnet.

Also ein durch und durch sympathischer Mensch, vor dem sogar die „alte Mafia“ Ehrfurcht hat und immer wieder durch Formulierungen bestätigt: „…, weil Sie ein Mann von Ehre sind…“

Obwohl bei Camillieris Commissario Montalbano alle Teile in sich abgeschlossene Handlungen sind, so unterliegen sie doch einer Reihenfolge, denn Commissario Montalbano und sein Umfeld durchleben eine Entwicklung, die jeweils auf der vorhergehenden Folge aufbaut.

Als Beispiele dienen unter Anderem die Probleme des Adoptivkindes (Francois), das von der Tunesierin stammt, die in einer früheren Folge ermordet und von einer Schwester Mimis aufgenommen wurde.

In diesem Zusammenhang taucht in einer viel späteren Folge in „Der Kavalier der späten Stunde“ auch die Frage nach dem verschwundenen Sparbuch der tunesischen Mutter auf, das sie versteckt hatte, aber plötzlich verschwunden zu sein scheint. Doch dieses hatte Commissario Montalbano bei einem Notar hinterlegt, um die spätere Ausbildung des Jungen zu sichern.

Genauso die Entwicklung mit seiner Freundin Livia. Sein Seitensprung bei der Folge „Die Spur des Fuchses“ würde nicht passen, wenn man nicht von den vorhergehenden Folgen wüßte, daß er momentan von seiner Freundin Livia getrennt lebt und Livia auch den Verdacht erweckt hat, daß sie sich in einen anderen Mann verliebt hat.

Ebenso spielt die Schwedin Ingrid eine wichtige Rolle, die gleich am Anfang vorgestellt wird und ihn in einigen Folgen begleitet als charmante Abwechslung seines Alltags, jedoch entwickelt sich  zum Leidwesen von Ingrid nie eine Beziehung.

Desweiteren die Entwicklung seines Freundes und Kollegen Mimi, der vom Frauenheld zum Familienvater mutiert und versucht immer treu zu bleiben, es ihm allerdings selten gelingt.

Eines der wichtigsten Details ist die Vorliebe Salvo Montalbanos zu sizilianischen Köstlichkeiten. Bei (beinahe) jedem Essen versäumt er nicht zu betonen, wie wichtig es ihm ist, sich voll und ganz auf den Genuß zu konzentrieren und er jede Unterbrechung vermeiden möchte.

So trifft es ihn hart, als plötzlich Calogero, der Besitzer seiner Lieblingstrattoria, in dem er immer zu Mittag ißt, aus gesundheitlichen Gründen schließt und stattdessen Enzo in Erscheinung tritt.

All das würde nicht zusammenpassen, wenn die Reihenfolge nicht genau eingehalten wird.

Um Anderen eine stundenlange Suche der genauen Reihenfolge zu ersparen (ich kämpfte mich tagelang durch, bis sie paßte) schreibe ich hier einmal die Reihenfolge, wie sie meiner Meinung nach im Abgleich des Erscheinungsdatums der Bücher von Camillieri entstanden sind.

Schwierig ist besonders die Reihenfolge der Kurzgeschichten, die aus den Bänden  „Gli Arancini di Montalbano“ und „Un mese con Montalbano“ stammen , woraus einige Erzählungen verfilmt wurden.

Die Reihenfolge von Commissario Montalbano:

1: Die Form des Wassers (La forma dell´aqua)

2: Der Hund aus Terracotta (Il cane di terracotta)

3: Der Dieb der süßen Dinge (Il ladro di merendine)

4: Die Stimme der Violine (La voce del violine)

5: Von der Hand des Künstlers (Tocco d´artista)

6: Das Spiel des Patriarchen (La gita a tindari)

7: Liebe und Brüderlichkeit (Il senso del tatto)   Verfilmung einer Geschichte aus „Gli Arancini di Montalbano“ (Die Nacht des einsamen Träumers)

8: Montalbanos Arancini (Gli arancini di Montalbano)   Verfilmung einer Geschichte aus „Gli Arancini di Montalbano“ (Die Nacht des einsamen Träumers)

9: Der Kavalier der späten Stunde (L´odore della notte)

10: Der Kater und der Distelfink (Gatto e cardellino)   Verfilmung einer Geschichte aus „Gli Arancini di Montalbano“ (Die Nacht des einsamen Träumers)

11: Das kalte Lächeln des Meeres (Il giro di boa)

12: Gleichstand (par condicio)   Verfilmung einer Geschichte aus „Un mese con Montalbano“ (Das Paradies der kleinen Sünder)

13: Kümmelblättchen (Il gioco delle tre carte)   Verfilmung einer Geschichte aus „Gli Arancini di Montalbano“

14: Die Passion des stillen Rächers (La pazienza del ragno)

15: Die dunkle Wahrheit des Mondes (La luna di carta)

16: Die schwarze Seele des Sommers (La vampa d´agosto)

17: Die Flügel der Sphinx (Le ali della sfinge)

18: Die Spur des Fuchses (La pista di sabbia)

19: Das Ritual der Rache (Il campo del vasaio)

20: Die Tage des Zweifels (L´età del dubbio)

21: Der Tanz der Möwe (La danza del gabbiano)

22: Die Jagd nach dem Schatz (La caccia al tesoro)

in Klammer steht immer der Originaltitel

In diesem Sinne wünsche ich allen Liebhabern des liebenswerten Commissario Salvo Montalbano

Buon Divertimento, Giovanni

Sedilo: Ardia di San Costantino

Heute herrscht der Ausnahmezustand in einem kleinen sardischen Dorf:

Ardia in onore di Santu Antinu

Sedilo, ein kleiner Ort in der Mitte von Sardinien, ist heute Mittelpunkt eines großartigen Kulturschauspiels – Die Ardia zu Ehren des heiligen Konstantin (= Santu Antinu).

Diese jahrhunderte alte Tradition ist auch heuer wieder ein Höhepunkt auf Sardinien und sollte jedenfalls einmal von den Liebhabern dieser Insel gesehen worden sein.

Jedes Jahr Anfang Juli findet dieses ursprüngliche Pferderennen statt und soll zur Ehre des Kaisers Konstantin gereichen, der als Wegbereiter des Christentums gilt und in der Schlacht bei der milvischen Brücke (312 n Chr) eine Christuserscheinung gehabt haben soll.

Und genau diese Erscheinung soll der Grund dafür gewesen sein, daß die Schlacht über die Heiden siegreich verlief.

Dieser Sieg über die Ungläubigen wird jedes Jahr nachgespielt, wobei der Austragungsort die Wallfahrtskirche Santuario di San Costantino ist.

Der Priester hat die schwierige Aufgabe den Anführer des Rennens zu ernennen, der einer chronologischen Reihenfolge unterliegt. Schon als Kind werden sie in einer Liste eingetragen, um später die begehrte Standarte im Rennen zu verteidigen.

Denn der Anführer und erster Fahnenträger stellt Kaiser Konstantin dar und dieser bestimmt noch zwei weitere Fahnenträger, die ihn zusammen mit der Eskorte gegenüber den Heiden verteidigen.

Und die Heiden sind die übrigen Reiter, die aus mehreren Duzent bestehen. Zusammen mit einer recht schwierigen Rennstrecke, die teils sehr steil und steinig ist, gleicht es einer echten Mutprobe eine Ardia anzuführen, zumal der Anführer den gesamten Verlauf des Rennens bestimmt.

Er bestimmt, wann das Rennen anfängt, denn er reitet einfach unvermittelt los, dicht gefolgt von den beiden anderen Fahnenträgern und beschützt von einer sehr kleinen Eskorte, die wenigstens versucht kurz den Rest der Meute aufzuhalten. Die ersten Sekunden entscheiden über den Verlauf des Rennens.

Sinn ist es, daß der erste Fahnenträger von niemanden überholt wird und somit das Christentum siegt und dabei wird niemanden etwas geschenkt, denn es geht den Reitern nicht nur um das Spiel, sondern vor Allem auch um die Ehre als guter Reiter zu gelten.

Regeln gibt es keine, außer daß die Teilnehmer aus Sedilo sein müssen; und das bedingt natürlich auch eine gewisse Härte, die auch schon Unfälle bewirkt hat.

Die Tatsache, daß auf sardischen Anglo-Araber (Sardo), ein Warmblut dessen Ursprung im Araber zu suchen ist, geritten wird, die als besonders schnell gelten, macht die Sache nicht ungefährlicher.

Nach dem ersten Abschnitt des Rennens wird die Wallfahrtskirche  Santuario di San Costantino in einer ungeraden Anzahl im Schritt umrundet, also 3,5 oder 7 mal. Der erste Standartenträger entscheidet wiederrum, wann das Rennen fortgesetzt wird, wenn er plötzlich wieder den Galopp aufnimmt.

Während der Umrundung der Kirche haben die Zuseher die Möglichkeit die geweihten Standarten zu berühren.

Beim Rennen selbst werden die Reiter von den Fucilieri (Schützen) begleitet. Diese Schützen stehen am Rand des Rennens und stellen das Heer des heiligen Konstantin dar, wobei es einerseits ein akkustisches, aber vor Allem ein optisches, wegen der schönen Gewehre, Ereignis darstellt.

Die Schrotpatronen (einige 1000) dafür wurden am Vortag im Rahmen eines großen Festes selbst hergestellt und dabei wird die Ardia bereits zur Verkündung „eingeschoßen“.

Das impliziert natürlich auch, daß die Pferde nicht nur sehr geländegängig sein müssen, sondern vor Allem schußfest, denn gerade bei der Umrundung der Wallfahrtskirche können einige Salven abgeschossen werden und dabei darf das Pferd nicht schreckhaft sein, das bei einem Fluchttier natürlich ein Problem darstellt.

Die Ardia, eines der wichtigsten Ereignisse auf Sardinien und eines der wichtigsten Ereignisse im Leben eines Teilnehmers, denn war sein Leben vor der Ardia vielleicht ein einfaches Leben eines Hirten, so ist es nach der Ardia ein Leben eines Helden und die Zeitrechnung scheint neu zu beginnen; Alles wird genau beobachtet und begutachtet und somit ist eine gewisse Vorbildwirkung nicht abzustreiten.

Alles in allem ein Fest, das kein Sardinienliebhaber versäumen sollte, allein schon wegen der angenehmen, familiären Stimmung rund um das Reiterspektakel.

Buon Sabato, Giovanni

Von der Sucht Alfa Romeo zu lieben

Von den Schwierigkeiten seine Sucht zu befriedigen und was macht das Alfa Romeo fahren eigentlich aus.

Viele werden jetzt vollkommen ungläubig ihren Kopf schütteln und sich denken: wie bitte, der schreibt über ein Auto. Das Klump soll funktionieren und fertig.

Was soll ich mir da Gedanken machen über eine spezielle Vorliebe und vielleicht das Ganze noch philosophisch betrachten und überhaupt, sind wir schon fertig – Punkt

Ja die, die fahren halt nicht Alfa Romeo.

Diejenigen, die jetzt weiterlesen, sind entweder schon selbst in dieser lebenslangen Sucht gefangen oder haben zumindest davon gehört, daß Alfisti (so nennt man diese Suchtfetzen, die nie in ein anderes Auto einsteigen würden) irgendwann mit diesem Alfa Virus in Berührung gekommen sind und ein Gegenmittel nicht bekannt ist.

Einmal mit diesem unbestechlichen Motorsound, dieser unbeschreibliche Art der Rückmeldung des Straßenbelags durch das unbestechliche Fahrwerk oder durch das einzigartige Flair des Wageninneren in Berührung gekommen und man(n) ist infiziert.

Der Alfa Virus steckt in jedem kleinen Detail und springt unbarmherzig auf den Besitzer über.

Durch diese hinterlistige Art vermehrt sich der Virus sehr stark und eine Aussicht auf Heilung des Opfers besteht nicht – zumindest sind mir nur vereinzelte Fälle bekannt, die die Sucht hinter sich lassen konnten.

Die Anderen, die Süchtigen, die Alfisti sind verdammt lebenslang diese atemberaubenden Wagen zu fahren, den Kult zu leben, die Philosophie hoch zu halten und jede Ausfahrt zu genießen.

Alfa fahren ist nicht einfach von A nach B kommen, das können andere Autos auch.

Alfa Romeo fahren bedeutet, ein Lebensgefühl zu inhalieren und Italien zu leben und wenn man in den romanischen Süden fährt, auch Italien zu erleben.

Es gibt wohl nur sehr wenige Autos, in denen man Italien richtig erleben kann: Eine automobile Möglichkeit ist sicher ein Alfa Romeo und erst recht, wenn er älteren Baujahres ist.

Kaum ein anderes Volk lebt so mit seinen Autos mit, wie Italien mit Alfa Romeo. Wenn ich mit meinen Alfas irgendwo  hinfahre, so ist es eben nicht gleichgültig für die südlichen Nachbarn, welches wunderschöne Zeichen vorne drohnt.

Man kann also getrost sagen: Alfa Romeo fahren ist eine Lebenseinstellung!

… und diese Lebenseinstellung gehört gepflegt.

Alles wird gesucht, gesammelt, getauscht, teuer erworben – keine Mühen sind zu groß, kein Preis zu hoch, wenn es darum geht seiner Sucht nachzugeben.

Immer wieder werden neue Stücke angeschafft und erfreut sich an besonderen Dingen, die eben mit dieser Lebenseinstellung zu tun haben und irgendwie wird man über die Jahre nicht nur älter, sondern man wird eben auch italienischer.

Doch die Sucht kann auch zum Problem werden: Die Einen vergrößern andauernd die Garagen, um neue Sammlerstücke unterzubringen, die anderen trinken viel zu viele Espressi, weil sie glauben, daß man dann automatisch auch mehr PS unter der Motorhaube hat (oh Gott, ich kann ein Lied davon singen) und manche begehen sogar Einbrüche, um an geliebte Dinge zu kommen, das sind dann schon die schweren Krankheitsfälle.

So passiert in Arese (Mailand) als 4 Deutsche und 2 Österreicher im Museum von Alfa Romeo eingebrochen sind, um die letzten Reste zu ergattern.

Man muß jetzt allerdings auch dazusagen, daß diese wichtige Pilgerstätte von Alfa Romeo nicht gerade sehr gepflegt wird.

Ganz im Gegenteil: Es wurde eigentlich schon ausgeräumt und manche wertvollen Stücke, die das Museum jahrzehntelang gewartet und gepflegt, im Krieg sogar an geheimen Orten versteckt hat, damit sie keine Bombenopfer werden, sind in Sammlerhände verschwunden und somit wurde die Sammlung bereits auseinandergerissen.

Ein Umstand, der vielen Alfisti sehr sauer aufgestoßen ist, auch mir.

Das Alfa Museum war eine Institution und ein wichtiger Treffpunkt für viele schöne, internationale Zusammenkünfte.

Die ganze Atmosphäre, die Ausstrahlung, die von diesem ehemaligen Firmengelände ausgeht, kann wohl nur der echte Fan verstehen. Was für ein Gefühl zu wissen, daß meine alte Alfetta GTV aus diesen Hallen kommt und noch Männer, ich möchte sogar sagen, Liebhaber daran entwickelt, geschraubt und zusammengebaut haben.

Und jetzt soll alles aus  sein?

Ja ist es – und so kamen eben diese 6 Persönlichkeiten auf die vielleicht nicht unbedingt glorreiche, aber dennoch verständliche Idee, man könnte doch wenigstens noch die letzten WC Taferln oder eine alte Glühbirne aus den heiligen Hallen holen, um sie dann in der heimischen Garage auszustellen mit dem Text daneben:

Ich war dort und rettete das Andecken Alfa Romeo.

Weiters ist zu bedenken, daß diese „Einbrecher“ ja keine dummen Jungs waren, sondern ausgewachsene, besonnene Menschen, die einfach nicht einsehen wollen, daß diese Hallen nicht den Alfisti gehören, sondern eben Alfa Romeo, nein stimmt nicht: diese Hallen gehören eben FIAT – purtroppo

Ich kann nur sagen, ich war nicht dabei, aber diese Appassionati (Liebhaber) sind eben ECHTE FANS und verdienen eigentlich einen tiefen Respekt. Obwohl natürlich illegal, waren ihre Gedanken ehrenhaft; wie oft gibt es das heute noch

Marco Fazio, selbst in den Klauen des Alfa Virus seit frühester Kindheit,  ist Chef des Centro Documentazione Alfa Romeo und Ansprechpartner für alle Alfisti, wenn es um die Geschichte geht und versucht im Video  zu erklären,
was eigentlich Alfa Romeo fahren ausmacht und kommt zum Schluß:

„Es ist unmöglich zu erkären. Es ist ein Gefühl, das Du erleben mußt“

Und jetzt gehe ich in meine Garage weinen

Cari Saluti, Giovanni

Come fare un espresso perfetto

Oder wie bekomme ich den perfekten Espresso!

Dieser Beitrag ist einer sehr lieben Bloggerin gewidmet, aber auch vielen Anfragen, die mich immer wieder erreichen.

Nach vielen Diskussionen, ob es sooo viele Umstände bereitet einen guten Espresso herzustellen und dabei den Gedanken einer Erfindung und Liebhaberei zu der wahrscheinlich einzig richtigen Art des Kaffeekonsums fortzuführen, muß ich hier einmal einen kleinen Beitrag dazu schreiben:
Zu allererst:

Ein guter Espresso dauert 25 sec und soviel Zeit sollte auch in der Früh sein!!!   

die richtige Vorbereitung und einige geübte Handgriffe vorrausgesetzt, darf es auch gar nicht länger dauern!

Aber fangen wir systematisch an:

Die Formel von der Università del Caffe di Trieste für die perfekte Espressozubereitung lautet:

In 25 sec muß ca 90 Grad heißes Wasser mit ca 9 bar Druck durch ca 7g Kaffeemehl gepresst werden um ca 25ml des köstlichen, cremeartigen, schokoladigen Espresso, mit ca 100 mg Koffein zu erzeugen.

So die Theorie und eigentlich bin ich mit der Erklärung schon fertig.

Aber jetzt kommt es: Auf die circa in der Formel kommt es an, ob ein Barista einen guten Espresso macht oder eben nur einen Espresso, wenn er es denn überhaupt wird.

All das im Folgenden gesagte bezieht sich auf die Siebträgermaschine und stellt nur einen kleinen Auszug dar, der sicher noch viele Fragen aufwerfen wird, die immer wieder in meinem blog weiterbehandelt werden.

Die Bialetti (Perkulator oder Steigrohrmaschine) wird am Schluß erläutert, jedoch stimmen alle Überlegungen auch für diesen Espressokocher und das Wissen hilft, trotz nicht(!) vorliegender Parameter, einen sehr guten Espresso zu bereiten und dennoch ein wesentlich besseres Produkt zu erzeugen, als in manchen Gastronomiefachwerkstätten, in denen schlecht bezahlte Helfer eine Espressomaschine bedienen und versuchen einen Kaffee zu bereiten, der beim Zusehen schon zum Scheitern verurteilt ist.
Sehr oft wird dieses Problem dann mit einem Vollautomaten (ein geschlossenes System ohne Siebträger) zu vertuschen versucht, der aber genausowenig mit dem Espressogedanken zu tun hat, wie das andere System, bei dem die Brühgruppe aus einer Kapsel besteht.

Ein Espresso ist immer ein Ausdruck persönlicher Fähigkeiten und zeugt von einer besonderen Wertschätzung des Gastes.

Den eigens zu bestellenden, persönlichen Schluck, dessen Geschmack man gerne mit sich herumtrug:

Im Folgenden versuche ich Euch somit den Genuß des Espresso auch zu unmöglichen Zeiten und in jeder Situation schmackhaft zu machen.
Was bedeutet eigentlich das Wort „Espresso“?
Espresso stammt vom ital. Wort „esprimere“ und bedeutet „aussagen, ausdrücken“ und nicht, wie viele glauben, „mit Druck gemacht“ oder „gepresst“.
Das Wort „Espresso“ stammt aus einer Zeit, in der der Kaffee noch teuer und einem exklusiven Kreis vorbehalten war und es eine besondere Wertschätzung dem Gast gegenüber bedeutete, wenn der Kaffee extra für ihn zubereitet wurde.
Ein Espresso ist somit ein Kaffee, der extra (ausdrücklich) für diesen Gast zubereitet wurde.

Wir beschäftigen uns im Rahmen der 5 M (?) mit allen wichtigen Aspekten und streifen das gesamte Wissen, das ich in Form von mehreren Schiffsladungen Rohkaffees mir angeeignet habe.
Der letztendliche Erfolg des gelungenen Espresso hängt aber von der Übung, der richtigen Abstimmung und der richtigen Einstellung zur Materie ab

Was bedeuten nun die 5M:

1. Mischung
2. Menge
3. Mühle
4. Maschine
5. Mensch

1. Mischung

Das Wichtigste für einen guten Espresso ist ein guter Kaffee
Ja, welchen Kaffee
Robusta, Arabica, eine Zimtröstung, oder City Roast oder doch einen full city roast und wieviel Robusta soll dabei sein; welchen Kaffee brauche ich für einen Ristretto?
Wer mir jetzt nicht folgen konnte sollte hier schon einmal aufmerksam lesen, denn hier beginnt die Espressozubereitung:

Für einen Espresso ist unbedingt eine Espressoröstung erforderlich und die Röstung sollte maximal 14 Tage her sein.
Man kauft also einen Rohkaffee (ich bevorzuge Mittel-, Südamerika mit ca 30% Robustaanteil) und befülle meine Rösttrommel um dann…             nein, wir wollen uns einmal auf die grundsätzlichen Fragen konzentrieren

Wer sich also nicht die Arbeit antut und seinen Kaffee selbst röstet, was ich übrigens auch nicht mache, der sollte trotzdem zu einem guten Ausgangsmaterial greifen.
Am Besten ist es noch immer, wenn man zu seiner Rösterei geht und sich seinen Kaffee besorgt, den man für sich bevorzugt, allerdings sind Rösterein mittlerweile fast ausgestorben.
Ich kann mich noch erinnern, wie ich mit meiner Vespa in meiner Studienzeit immer in die Rösterei gefahren bin: 1kg Kaffee, einen Espresso vor Ort und den Duft von der frischen Röstung in der Nase

Wenn man allerdings einen Industriekaffee aus dem Supermarkt wählt, so sollte man Folgendes beachten:
Den besten Rohkaffee nehmen noch immer die italienischen Marken, wie Lavazza, Segafredo, vor Allem Lucaffe und auch der Illy, allerdings kann ich zu diesem Preis schon zu einer Rösterei fahren
Es braucht nicht extra von mir erwähnt werden, daß man ihn in ganzen Bohnen kauft, abgesehen davon, daß es Espressokaffee kaum gemahlen gibt

Während man den Röstgrad nicht beeinflussen kann, so kann man sich die Mischung mittlerweile schon recht gut aussuchen, denn in den letzten Jahren ist man dazu übergegangen die Mischung endlich auf die Verpackung zu schreiben.

Übliche Mischungen sind 100% Arabica, 70% Arabica 30% Robusta oder 50/50, seltener sind 70% Robusta und 30% Arabica.
Während nun Arabica der teurere Hochlandkaffee ist und viel empfindlicher, weil er nur in einer gewissen Höhe wächst, wird der günstigere Robusta dazugemischt um einen höheren Koffeingehalt (bis zu 5mal mehr) zu erhalten.
Arabica Bohnen sind für die Crema verantwortlich, während die Robusta die Geschmacksbasis verleiht und den Koffeingehalt (wesentlich) erhöht.

Aber eines sollte jedem klar sein: die Röstung eines Kaffees sollte für die richtige Espressozubereitung nicht länger als eine Woche her sein, denn je älter er wird, desto instabiler wird die Crema und der Geschmack ohnehin.
Es darf sich somit niemand wundern, wenn er die Crema nicht so schön hinbekommt oder der Geschmack einfach nicht so gut ist, wie erwartet.
Einfach einmal einen frisch gerösteten Kaffee besorgen und probieren

Meine Empfehlung: Rohkaffee Mittel-, Südamerika, Arabica, max 30% Robusta, Italian Roast-French Roast (dunkle Röstung)
2. Menge

Die Menge des Kaffeemehls sollte ca 7 g betragen für ein 1er Sieb, kann aber natürlich stark variieren.
Das sehr beliebte Marzocco Sieb hat z.B. sehr gerne 9g.
Es kommt halt tatsächlich auf die Maschine an, welche Menge am Besten geeignet ist, einen guten Espresso zu bereiten und um nach der Extraktion einen festen, trockenen Kaffeepuck zu erreichen.

3. Mühle

Das wohl leidigste Thema: Kein Anfänger, aber wirklich kein Anfänger glaubt, daß die Mühle wichtiger ist als alle anderen Überlegungen
Bitte glaubt mir, ohne Mühle braucht Ihr gar nicht anfangen.
Sie entscheidet über den guten Geschmack, über den Druck, über die gleichmäßige Extraktion und somit über den ganzen Espresso.
Nein, nicht die Maschine entscheidet darüber, sondern NUR die Mühle!
Die Mühle entscheidet über den Geschmack, weil der Kaffee unbedingt frisch gemahlen werden muß, der Mahlgrad auf die Maschine und Kaffee (Fettgehalt, Öle, Röstung) eingerichtet werden muß, um den richtigen Druck von 9 Bar zu erzeugen und somit auch die richtige Crema zu erzeugen.
Merke: Ohne frischgemahlenen Kaffee keine Crema und ein Cremasieb erzeugt keine Crema, sondern einen aufgeschäumten Kaffee mit ein paar Ölen, die mitverquirlt werden und hat somit nichts mit einem Espresso gemein.

Als Merkregel gilt: Die Mühle muß eine Espressomühle (sehr feiner Mahlgrad) sein mit Scheiben- oder besser Kegelmahlwerk.
Auch Handmühlen sind sehr gut geeignet, weil sie ein Kegelmahlwerk haben und durch die geringe Umdrehungszahl keine Erwärmung des Mahlgutes entsteht, die die Aromen sofort verflüchtigen läßt.
Somit scheidet die Schlagmessermühle von vorhinein aus, weil sie kein gleichmäßiges Mahlgut erzeugen kann und durch den Schlagmechanismus, das Mahlgut erhitzt und den Kaffee im Mahlvorgang zerstört.
Freaks verwenden sehr gerne Handmühlen aus oben genanntem Grund und weil es zur Zeremonie dazugehört.
Auch ich verwende nur Handmühlen mit einem Kegelmahlwerk

4. Maschine

Der an sich vollkommen überbewertete Aspekt. Es gibt schon sehr viele Unterschiede bei den Maschinen, aber jeder muß für sich entscheiden, was ihm wichtig ist; ob jemand Einkreis- oder doch lieber ein Zweikreissystem oder sogar Dualboiler haben will und das Ganze mit oder ohne E61 Brühgruppe, bleibt jedem selbst überlassen.
Puristen bevorzugen wieder Handhebelmaschinen, bei denen man entweder eine Feder vorspannt oder selbst Druck auf den Hebel ausübt und selbst für den richtigen Druck verantwortlich ist.
Der Espressogedanke wird bei einem Handhebler sicher besser ausgelebt, weil man noch mehr über die Eigenheiten der Aspekte Bescheid wissen sollte, als bei Kaffeemaschinen mit einer Vibrationspumpe.

Ich bevorzuge auch die Stille beim Handhebelerlebnis

9 Bar Druck wird benötigt, weil sich ab ca 6 bar Druck die ätherischen Öle extrahieren lassen und die beste Extraktion bei ungefähr 9 bar passiert und genau diese Öle sind für die stabile Crema verantwortlich.

Diese Crema kann man dann sehr gut testen, indem man einen Löffel Zucker daraufpacken kann, ohne daß er gleich verschwindet, wie z.B bei einem aufgeschäumten Kaffee, den der Vollautomat macht oder moderne Siebträgermaschinen mit dem sogenannten Cremasieb und einer darunterliegenden Gummimembran

ca 7 g Kaffeemehl ins Sieb mit ca 2 bar Druck festpressen und fertig ist der Kaffeepuck, der nach der Extraktion schön fest und trocken aus dem Sieb fallen soll – ganz einfach oder?

Die Maschine insbesondere die Brühgruppe gehört vorgeheizt!
Das funktioniert in der Früh am Besten mit einer Zeitschaltuhr, die die Maschine schon 30 min vor der ersten Benutzung aufheizt.
Vor dem Bezug gehört der Siebträger (ohne Kaffeemehl) natürlich in die Brühgruppe, weil er vorgewärmt gehört.
Das kann man beschleunigen, indem man einen Leerbezug (ohne Kaffeemehl) durch den Siebträger läßt, danach gut abtrocknen und dann den richtigen Bezug.
Dieser Leerbezug ist immer wichtig, damit das „alte“ Wasser aus der Brühgruppe kommt und frisches Wasser aus dem Kessel nachkommen kann.

Die Tassen sind dickwandige ca 50ml Tassen, die immer auf der Maschine vorgewärmt stehen oder mittels Leerbezug auf Temperatur gebracht wurden, sonst sind die 25ml Espresso sofort kalt.

5. Mensch

Nicht zuletzt kommt es auf den darauf an, der die gesamten Teile zusammensetzt und die Maschine bedient.

Aber eines ist klar: Die Maschine kann am Wenigsten beeinflussen, obwohl Espressoanfänger das immer glauben:
Merke: Die Maschine macht Wasser heiß und macht 9 Bar Druck, sonst NICHTS – den Rest müßt ihr machen und keine Kapsel der Welt, wird Euch diese schöne und faszinierende Arbeit abnehmen.

Von diesen 5 Faktoren hängt es ab, ob ein Espresso gelingt und diese 5 M müssen so aufeinander abgestimmt werden, daß nach 25 sec 25 ml Kaffee in der Tasse sind-nicht länger darf es dauern und nicht mehr Inhalt darf in der Tasse sein.
Wenn das erreicht wurde, dann ist es geschafft: der perfekte Espresso!

Und wie sieht es jetzt mit der Bialetti aus

Hier ist die ital leggerezza gefragt, denn bei ihr paßt eigentlich gar nichts, obwohl eigentlich alles paßt
Wir haben hier nur ganz wenig Druck (ca um die 3bar, kommt auf das Tampen an) und das Wasser ist unter Umständen zu heiß- all das kann man allerdings bewußt steuern und macht es interessant aus diesem einfachen Konzept etwas Geniales zu fabrizieren
Unerläßlich ist auch hier ein möglichst frisch gerösteter Kaffee und natürlich frisch gemahlen. Den Mahlgrad so wählen (ausprobieren!), daß man den Kaffee im Sieb etwas tampen kann und das Wasser gerade so durchgepreßt werden kann, OHNE daß sich das Überdruckventil öffnet.
In den Kessel nur Wasser bis zur Markierung nicht darüber, falls keine Markierung im Kessel sichtbar, dann bis zur Hälfte des Überdruckventils oder darunter.
Das Sieb darf nicht im Wasser schwimmen, denn das Wasser braucht Platz zum Ausdehnen und soll nicht zu kalt durch das Kaffeemehl gepreßt werden. Es können sonst keine Aromastoffe gelöst werden!
Die Platte auf maximale Hitze vorheizen und dann den Kocher draufstellen.
Bei Gas die Flamme eher klein halten, so daß der Griff nicht abbrennt. Die Wärmeentwicklung ist hier wesentlich besser für den Kocher.
Jetzt bei geöffneten Deckel zusehen wie der Kaffee hochsteigt und sich die Crema entwickelt, sobald die Kanne zu brodeln beginnt (vorher den Deckel schließen!) den Kaffee vom Herd nehmen und sofort ausgießen und nicht in der Kanne belassen. Wenn der Kaffee in der Kanne belassen wird, kocht er nach und der Geschmack geht verloren, genauso, wenn die Kanne auf dem Herd belassen wird, wenn bereits der heiße Dampf ausgeblasen wird- dieses „Druckwasser“ hat bis zu 160 Grad und ab 92 Grad verbrennt der Cafe und macht ihn bitter (natürlich erst recht bei 160 Grad)
Wer es nicht glaubt, kann es ausprobieren: Den Kaffee ausschenken, der vor dem Austritt des Dampfes entstand und das Druckwasser, das nachher entsteht in eine eigene Tasse geben und kosten: Guten Appetit!
Wichtig: Die Alu-Bialetti NIEMALS in den Geschirrspüler geben oder sonst mit Seife waschen.
Nur mit klaren Wasser ausschwemmen-fertig. Laugen und Säuren zerstören nicht nur das Aluminium, sondern auch das gesamte Aroma, das im Material entsteht.
Das Kaffeefett und die Öle brennen sich nämlich ein und der Kaffee wird mit jedem Mal besser und cremiger-eines der großen Geheimnisse des Aluminiums.

Eines ist klar: wir sprechen hier von einem Moka (der kein Mocca ist), d.h. eigtl sind es Ristretti und genauso sollten sie auch genossen werden, denn der Koffeingehalt von einer Bialetti ist schon recht ordentlich

Jedenfalls gibt es für den morgendlichen Koffeinstoß nichts Besseres als einen Kaffee aus der Bialetti
Der Giovanni liebt alte Techniken und Puristisches und läßt daher die Kultur der Espressokanne auch weiterhin hoch leben.
Ich bin der Meinung, daß richtiger Espresso OHNE Strom entstehen muß, dann ist der Espressogedanke optimal verwirklicht

Ich habe in diesem Beitrag alles nur allgemein behandelt, weil ich nicht weiß, welche Maschinen Ihr habt und über welches Wissen Ihr verfügt, aber gerne bin ich bereit, die Feinheiten, auf die es im Endeffekt ankommt, noch weiter auszuführen.

So und jetzt wünsche ich viel Spaß beim Herumprobieren

Tanti Saluti, Giovanni

P.S.:
Die klass. Espressokultur besteht nur aus Espresso, Ristretto (verkürzt auf 15ml) und Cappuccino
der Rest ist de facto nicht existent: ein Cafe Latte oder Latte Macchiato sind neuzeitliche Erfindungen und eigtl Kindergetränke, weil mit viel Milch zubereitet, aber erfreuen sich  immer größerer Beliebheit.
Wer aber auf sich hält, trinkt ausschließlich (einfachen!) Espresso oder (nur!) vormittags einen Cappuccino (vielleicht mit latte art) und wie man diesen zubereitet, ist wieder eine extra Geschichte, die ich Euch gerne später einmal erzähle