Verona in Love

„Se ami qualcuno portalo a Verona“

Wenn Du jemanden liebst, dann bring´ ihn nach Verona

Italien ist das Land der Feste, Italien ist das Land der Freude und Italien ist das Land der Liebe. Das wußte schon Shakespeare und wählte für die Tragödie von Romeo und Julia Verona aus.

Und in Verona findet auch ein ganz besonderes Fest statt, das italienischer nicht sein könnte; es ist am Wochenende nach dem 14. Februar, dem Valentinstag.

Es wird geküßt, geliebt, verlobt und geheiratet in dieser Zeit, in der Verona in Love ist. Während im nördlichen Raum der Valentinstag ein eher stiefmütterliches Dasein fristet, so erlebt er in Italien eine wahre Renaissance und das jedes Jahr. Jeder, der frisch verliebt ist oder auch nur seinem Partner zeigen möchte, wie er ihn liebt, sollte einmal an diesem Fest teilnehmen. Es gibt viele Angebote zu nutzen, die oftmals zu zweit billiger sind. Es ist die ganze Stadt darauf ausgelegt, daß man sie an diesem Wochenende zu zweit besucht und selbst wenn man allein die Stadt der Liebe besucht, sollte man unter Umständen auch in den Genuß der Zweisamkeit kommen. Denn an diesem Wochenende ist niemand gerne allein.

Eines vorweg: Am Besten reist man mit dem Zug nach Verona, die ÖBB und DB waren unter Anderen Sponsor von Verona in Love und hatten täglich 5 Abfahrten ab München zum Sonderpreis parat. Und nochetwas ist zu beachten: Die Unterkunft sollte man rechtzeitig buchen, wenn man nicht gerade die Möglichkeit hat bei Freunden unterzukommen. Sehr viele buchen die Unterkunft schon weit im Voraus, weil dieses Treffen der Liebenden gerne regelmäßig besucht wird. Man darf sich also nicht wundern, wenn  man einige bekannte Gesichter im nächsten Jahr wiedersieht.

Wenn man die Zeit aufbringen kann, sollte man bereits am Anfang der Woche anreisen, denn man braucht durchaus seine Zeit, bis man sich seine Aktivitäten vor Ort aussucht. Außerdem ist es schön mitzuerleben, wie eine Stadt in eine Art Ausnahmezustand gerät.

Im Smartphone Zeitalter stellt Verona hierfür eine eigene App zur Verfügung, die eine social media function beeinhaltet und somit eine Kommunikation unter Verona in Love Teilnehmern ermöglicht. Übrigens ist dabei italienisch nicht die einzige Sprache, die geschrieben wird. Ein nette Variante das Fest noch kommunikativer zu veranstalten. Generell wird man schnell Anschluß finden, wenn man es denn will.

Langeweile kommt aber sicher nicht an diesen Tagen auf, wenn man sich von der Stimmung mitreisen läßt. Spezielle Veranstaltungen, Konzerte, Ausstellungen und italienisches Treiben – und egal wohin man blickt fröhliche und scheinbar frisch verliebte Menschen.

Das Zentrum bildet das Cuore da Scoprire: Ein Herz inmitten der Stadt auf der Piazza dei Signori: Ein Markt in Herzform, mit rotem Teppich in der Mitte, voller regionaler Spezialitäten und Handwerkskunst. Es bildet eine Art zentralen Treffpunkt, von dem man irgendwie immer ausgeht und wieder hinkommt.

Bedanken muß man sich bei dem Veranstalter für die schöne Dekoration, die ganz romantisch ausgelegt, mit roten Herzen an allen Ecken, eine verliebte Grundstimmung schaffen. Aber auch die Geschäfte wurden für diese vier Tage neu dekoriert.

Am Donnerstag Abend geht dann das verschmuste Wochenende offiziell los mit einer Eröffnungsfeier um 17.00 Uhr, oder anders ausgedrückt, bei Einbruch der Dunkelheit. Passend, nachdem man vorher die Möglichkeit der Walking Tour in Love genossen hat. Für jemanden, der das erste Mal in Verona ist, eine gute Gelegenheit die romantischen Plätze Veronas von einem Profi gezeigt zu bekommen. Nebenbei ist im Preis der Führung auch der Eintritt der Torre dei Lamberti, die Türme von denen man das rote Herz aus Marktständen aus der besten Perspektive sieht, nämlich von oben.

Wenn man die Unterkunft nur mit Frühstück gebucht hat, hat an diesen Tagen seine Vorteile: Denn in Verona gibt es die Möglichkeit ein spezielles Liebesmenü (due cuori a tavola) zu bestellen und zwar in den teilnehmenden Ristoranti in Love. Ich ziehe es allerdings immer vor, mich an den Ständen der Piazza dei Signori durchzukosten und zwischendurch muß ich dann ohnehin den sinkenden Zuckerspiegel an der Piazza Bra bekämpfen, denn hier sind die Dolcemente in Love: Hausgemachte Patisserie, die jede Naschkatze (-kater) schnurren läßt – mit einem oder zwei Espressi als Abrundung, ein Pflichtprogramm zwischen den anderen Vergnügungen.

Am ersten Tag (vormittags) sollte man sich auch unbedingt das Sigillo d’Amore holen: eine Besiegelung der Liebe zu seinem Partner in Form einer Papierrolle. Die Namen werden geschrieben in gotischer Schrift und die Rolle wird mit einem Wachssiegel versehen. Die Kosten von €3.- kommen einem guten Zweck zu Gute, heuer war es das Projekt Roberto. Ein Geschenk, daß nicht nur dem geliebten Partner eine Freude bereitet, sondern eben auch Sinn macht.

Der Höhepunkt ist natürlich der Valentinstag selbst. Während man tagsüber zwischen Artisten und Konzerten hin und hergerissen ist, kann man auch bei freiem Eintritt das Haus Julias besichtigen und unbedingt sollte man dabei die rechte Brust der Bronzestatue in Gestalt Julias anfassen – das Glück in der Liebe sei einem dann sicher (die Gebrauchsspuren lassen auf eine bessere Welt hoffen).

Bei Einbruch der Dunkelheit sollte man sich wieder an der Piazza dei Signori einfinden, denn jetzt beginnt das Dauerküssen. Um Punkt 18.00 Uhr wird für (mind) eine Minute geküßt, inmitten des Cuore da Scoprire. Einige scheinen dabei 10 Minuten für eine Minute zu halten. Es herrscht dabei tatsächlich eine Atmosphäre, die einem die Gänsehaut aufsteigen und schlechte Energie, Alltagsprobleme und sonstige Streitigkeiten daneben wertlos erscheinen läßt.

Unterbrochen wird das Dauerküssen im Cuore di Baci (Herz der Küsse) nur durch die Soffi d’Amore: lauter rote Herzen fallen vom Himmel, ein Begeisterungssturm wird dabei ausgelöst, man möchte meinen, das es ein weltbewegendes Ereignis ist. Aber das ist Italien: Ein Land der Liebe, ein Land der Emotionen.

Am Samstag Abend gab es dann noch ein Gustostückerl für Liebhaber der Klassik: Opera in Love mit Romeo e Giulietta.

Verona in Love ist ein empfehlenswertes Wochenende für Verliebte und für Alle, die ein Stück Kulturgeschichte mitgestalten wollen. Denn es soll ein aktives Fest sein, bei dem die Besucher die Darsteller sind.

Habe ich Euch einen Appetit auf dieses Fest gemacht? Fahrt hin – erlebt es – Ihr werdet sehen

Cari saluti, Giovanni

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Lamborghini: Der Bulle wurde heuer 50

Wir wollen diese Gelegenheit nutzen und uns mit dem wichtigsten Testfahrer des Stiers befassen

Valentino Balboni è un pensionato?
Un Pensionato?-Balboni?!!-Nooooo!!!!!!

Valentino Balboni, war seit über 40 Jahren Cheftestfahrer bei Lamborghini, ist seit Anfang 2009 in Ruhestand gegangen und ihm zu Ehren wurde ein Auto kreiert, daß er selbst ohne sein Wissen zusammenstellte, aber dazu später.

Valentino Balboni: Was Enzo Ferrari bei Ferrari, Giuseppe Busso bei Alfa Romeo, ist Valentino Balboni bei Lamborghini: eine Legende! (obwohl er sich selbst niemals so sehen würde)
Aber wie wird man Testfahrer bei Lamborghini?
Wie entstand die Fa Lamborghini?
Ein kurzer Querschnitt

1963 wurde Automobili Ferruccio Lamborghini S.P.A. gegründet, nach einem „kleinen“ Disput zwischen Ferruccio Lamborghini und Enzo Ferrari.

Lamborghini nannte nämlich einen Ferrari als sein Eigen und bemängelte als eifriger Ingeneur bei seinem Freund Enzo Ferrari ein paar Dinge, die zu verbessern wären und Enzo Ferrari in seiner Art meinte bloß, daß er von einem Traktorenhersteller (der er auch war) keine Empfehlungen brauche.

Ferruccio Lamborghini erzählt diese Geschichte (Achtung Video stark übersteuert und viel zu laut!!)

Das erste Auto, daß Ferruccio Lamborghini herausbrachte, ein 350 GTV

Der später zu einem 350 GT wurde

1967 kam der Miura heraus und sollte am Beginn das wichtigste Modell für Lamborghini sein-Fans (und mir auch) läßte er noch immer das Herz höher schlagen

1968 wurde Valentino Balboni als Mechaniker Lehrling eingestellt

Seine Aufgabe war es unteranderem Wagen aus der Halle auf den Parkplatz davor herauszufahren.

Aber wie wird man dann Testfahrer?

Aus dem gleichen Grund, wie man heute entlassen werden würde.

Valentino nutzte immer die Möglichkeit einer kleinen Spritztour-die paar Meter aus der Halle auf den Parkplatz waren zu wenig und die Autos heiß und temperamentvoll.

Mehrmaliges urgieren beim Chef, daß Balboni die Autos ums Firmengelände fährt führte zu gar nichts-
bis allerdings Testfahrer gesucht wurden und Balboni sich bewarb und…

1973 natürlich genommen wurde-er machte es ohnehin immer und sein erstes Auto und noch heutiger Privatwagen war (ist) ein Miura.
Niemals vergißt er, wie das Erstemal der Firmenschranken aufging und er mit dem Miura auf die Straße durfte, aber dazu später.

Balboni, der mehrere Sprachen fließend spricht, ist Mechaniker und behauptet auch, daß ein guter Testfahrer auch ein guter Mechaniker sein muß.

Er, der die Bescheidenheit in Person ist,
durfte immer eines der teuersten und schnellsten Autos fahren

hatte einstmal die Lizenz zum Schnellfahren auf öffentlichen Straßen, denn Lamborghini sind für die Straße gebaut und Teststrecke hatte Lamborghini keine.

Valentino Balboni spricht über Oldtimer und seine Liebe zur alten Technik-im

Lamborghini Museum 1

Lamborghini Museum 2

1974 enstand der für den Umsatz wichtigste Wagen, der Countach, der seinen Namen einem Begeisterungssturm der Ingeneure entstand: Countach bedeutet im Dialekt des Piemont so etwas Ähnliches, wie „Wow“-heute würde man „GEIL“ sagen:

Ferruccio Lamborghini und Valentino Balboni im Countach
(Man beachte Valentino Balboni bei ca 250km/h auf der Landstraße und die Aussage, daß er sich wohl fühle)

Den Spieltrieb erhielt er sich bis ins Alter

Impressioni

Impressioni

Impressioni

Plötzlich zog er sich zurück, doch als Botschafter einer Marke wie Lamborghini zieht man sich nicht einfach so zurück und so kam es:

Die Entwicklungsabteilung fragte ihn immer so zwischendurch, was ihm wichtig sei und er antwortete:
Heckantrieb
sportlichere Abstimmung
eigene Lackierung
Handschaltung

und er wollte kein ESP, damit man etwas spürt

und Lamborghini baute IHM SEINEN Lamborghini, so wie er sich das vorstellt, allerdings mit ESP-
OHNE sein Wissen und das erstemal OHNE SEINER Probefahrt (denn dazu hatte er noch genug Gelegenheit),
den Lamborghini Gallardo Edition Valentino Balboni, limitiert auf 250 Stück

Und seine Mutter fragt ihn noch heute: „Fährst Du wieder diese Wagen?“ Balboni: „Si, Si“ „Dann paß bloß auf“

…und je älter er wird desto mehr löst sich Balboni von seiner Mama

Balboni in Pension?-Balboni?-NIEMALS!!!!!!!!!

I Migliori Auguri, Valentino Balboni
Grazie tanto

Ich wünsche ihm viel Spaß mit seinem Firmenwagen, denn eine Legende geht nicht in Pension!

Abschließend möchte ich noch ein Interview (30min) mit Valentino Balboni anhängen

Cari Saluti, Giovanni

Kaffee

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Eine philosphische Betrachtung des täglichen Schluck Orient

Der tägliche Schluck Kaffee ist für die meisten Menschen von uns nicht mehr aus ihrem Dasein wegzudenken. Niemand denkt weiter darüber nach, was Kaffee eigentlich ist, was alles dahinter steht und welche Mühen es bedeutet einen guten Kaffee zu erzielen; er wird als selbstverständlich angesehen – so selbstverständlich wie sauberes Wasser.

Aber ist sauberes Wasser selbstverständlich?

Kaffee ist heute ein fixer Bestandteil des Tagesablaufes und wird zu vielen Gelegenheiten bestellt, serviert oder zubereitet. Viele Arten der Zubereitung haben sich im Laufe der Jahrhunderte entwickelt und nahezu alle Zubereitungsarten werden noch im europäischen Raum praktiziert, sodaß sich jeder aus dieser Vielzahl seine Methode entwickeln kann.

Während für viele der Filterkaffee (zumindest für den Haushalt) noch immer die beste Form des Kaffees ist, so setzte sich in den letzten Jahren der Espresso immer mehr auch im Haushalt durch. Aber auch die urspünglichen Formen der Zubereitung, die die aus den Herkunftsländern des Kaffees stammen, erfreuen sich wieder großer Beliebtheit: Der Mocca.

Während der Espresso unter den Kaffeeliebhabern als die Krönung des Kaffees gilt, ob der Schwierigkeiten ein optimales Ergebnis zu erzielen, so ist eigentlich die Zubereitung eines Moccas die wahre Krönung des Kaffees; durch einen bis zu 16 stündigen Zubereitungsaktes stellt er die philosphische Art des Kaffeekonsums dar.

Beim Espresso durchlebt man seine persönlichen Entwicklungsschritte; freut man sich am Anfang über den ersten gelungenen Espresso, mit einer Crema, die bestehen bleibt und einem Geschmack, der dem Kaffee entspricht und nicht zu sauer oder verbrannt ist, erreicht man nach einigen Jahren eine gewisse Selbstverständlichkeit den perfekten Espresso zuzubereiten. Jeder, der einmal ein Gefühl entwickelt hat, wie seine Espressomaschine (wir reden hier von einer Siebträgermaschine älteren Baujahres, ohne Cremasieb, vielleicht als Handhebelmaschine) funktioniert und wie er sie bedienen soll, wird den perfekten Espresso reproduzierbar erreichen, egal in welcher Lebenslage: In der Früh schlaftrunken oder gestreßt nebenher im Büro – er wird gelingen und zwar in 25sec.

Abgesehen von anfänglichen Schwierigkeiten und erlernen von Formeln und Parametern, stellt der Espresso die schnellste Form der Zubereitung dar und ist somit meiner Meinung nach eigentlich nicht so gut geeignet, den philosophischen Character des Kaffees hervorzuheben. (Ich brauche nicht zu betonen, daß der Espresso für mich nachwievor immer einer der besten Möglichkeiten, den Kaffee zu extrahieren, darstellt; aber wir wollen uns hier einmal über die wenig selbstverständliche Seite dieses „Kirschkernes“ Gedanken machen, der übrigens süß schmeckt und auch Koffein enthält.)

Jeder sollte einmal bewußt einen Kaffee trinken (können), um sich damit zu beschäftigen, welche Mühen dahinterstehen und welche Opfer erbracht werden mußten, um einen guten Kaffee zu erzielen.

Schon zu Beginn der Verbreitung war es ein sinnliches Erlebnis einen Schluck Kaffee zu genießen. Zu jedem gesellschaftlichen Ereignis gehörte Kaffee – Politik, Wirtschaft, Kirche, Gesellschaft trafen ihre Entscheidungen oftmals von staatstragendem Gewicht bei einer Tasse dieses wundervollen Getränks.

Höchste Zeit sich einmal diesem Genuß von einer anderen Seite zu nähern. Von einer Seite, die die Wenigsten noch betrachtet haben und ich muß gestehen, daß ich in jüngeren Jahren auch meine Gedanken mehr in das optimale Ergebnis meines Espresso gelenkt habe. Jedoch begleitet mich diese Substanz schon mehrere Jahrzehnte meines Lebens, schon bedingt durch die italienische Verwandtschaft, war Kaffee wahrscheinlich das Wichtigste im Haushalt und der Hauptbestandteil vieler Generationen.

Die Entdeckung des Kaffees ist, wie wahrscheinlich bei allen Lebensmitteln zuvor, durch Zufall passiert.

Der Legende nach fraßen Ziegen von einem Strauch mit roten Kirschen in der Region um Kaffa (Äthiopien)  und hüpften danach voller Energie auf der Weide umher. Seitdem gilt Kaffa als das Entdeckungsgebiet des Kaffees.

Mönche erfuhren von diesen belebenden Kirschen und kochten sich einen Sud und konnten nun bis in die Nacht beten und diskutieren.

Von diesen Anfängen kam der Kaffee in die arabische Welt, wo er dann im 15 Jhd die Verbreitung erhielt. Schnell entwickelte sich der Jemen als das Zentrum des Kaffeeanbaus und noch heute hört man, wenn man im Kaffeehaus lange auf den Kaffee warten muß: „Der Kaffee muß wohl noch aus dem Jemen gebracht werden!“

Die Sufis (ein mystischer Orden des Islam) haben den Kahve weiter im Orient verbreitet, denn sie benutzten dieses Getränk, um länger meditieren zu können und ihre Diskussionen bis in die Morgenstunden auszudehnen.

Weiters entwickelten sich Zentren, in denen diskutiert wurde, einfach ein Treffpunkt für die Männerwelt, in dem man eben Kaffee serviert bekam. Diese Zentren entstanden nicht um den Kaffee zu verkaufen oder, wie man heute sagen würde, um eine Vertriebsschiene aufzubauen, sondern der Kaffee mit seiner anregenden Wirkung paßte am Besten zu dieser Ortlichkeit.

Aus diesem Umstand entstand nun der Name: Kaffeehaus

Doch in diesen Kaffeehäusern wurde der Kaffee auf die klassische Art zubereitet: Frisch geröstet in einer Pfanne auf glühender Holzkohle und aufgekocht in heißem Sand. Glühende Kohle, die entstehende Tabakkultur und hitzige Gemüter bewirkten einige Brände im damaligen Istanbul und somit wurden Kaffeehäuser verboten und mit hohen Strafen belegt, wer einen solchen Unruhepool weiter betrieb.

Doch die Koffeinsucht hat längst unkontrollierbare Züge angenommen, sodaß das Verbot nur den Schmuggel belebte und nicht die erhoffte Wirkung hatte, daß das Volk von dem Kaffee lasse.

Es ging sogar soweit, daß, obwohl der Kaffee eine rein männliche Domäne war, sich eine weibliche Szene entwickelte, die dem Kaffeegenuß fröhnte.

Zu dieser Zeit kam der Kaffee auch nach Europa und hatte, wegen seiner Wirkung, die gleiche Erfolgsgeschichte wie zuvor. Waren Kaffeehäuser anfangs Spielhöhlen und Bortelle, so entwickelten sich in der Aufklärung die Kaffeehäuser zu wichtigen, intellektuellen Zentren, die oftmals für die Politik zu einer Bedrohung wurde.

Das Kaffeehaus war wichtiger Nachrichtenübermittler – was in unserer heutigen Kultur die sozialen Netzwerke im Internet darstellen, waren früher diese intellektuellen Hochburgen der Gesellschaft.

In Venedig am Markusplatz steht eines der ältesten Kaffeehäuser Europas: das Cafe Florian aus dem Jahre 1720. Hier wurde die Politik für Venedig entschieden, Geschäfte abgewickelt und es war der gesellschaftliche Treffpunkt.

Wunderschöne Wandmalereien aus dieser Zeit sind heute noch ein wichtiger Bestandteil dieses Cafes.

Ein Kaffeehaus, das von jedem Liebhaber der klassischen Architektur unbedingt besucht werden sollte und für Kulturinteressierte ein Muß, dieses Stück Geschichte einzuatmen.

Man sollte auch heute den Kaffee viel philosophischer sehen und die mystische Energie aufnehmen, als ihn schlecht zubereitet massenweise in sich hineinzuschütten. Allgemein ist aber festzustellen, daß sich viele wieder der urspünglichen Form des Gedankengutes des Kaffees erinnern und alte Zubereitungsarten werden wieder gepflegt.

So wird auch heute noch die ursprüngliche Form des Mocca (wie zu Sultans Zeiten) wieder gerne praktiziert: Rohkaffee frisch rösten, um ihn dann in einem Mörser zu zerstampfen, damit er nicht zu fein wird und er sich beim Kochvorgang absetzen kann. Dann wird er in einer großen Kanne für 4 Stunden gekocht, der Sud blieb zurück, der Kaffee wurde umgefüllt in eine kleinere Kanne usw.

Insgesamt wird der Mocca 4×4 Stunden gekocht bis er genossen werden kann. Einen ehrenwerteren Umgang mit der Kaffeebohne ist wohl kaum vorstellbar.

Am Ende wichtig ist nur eine gute Qualität des Rohkaffees, verbunden mit einer frischen Röstung und einer frischen Mahlung. Wenn die Zubereitung nun mit der Liebe und Sorgfalt der Entdecker erfolgt, ist ein guter Kaffee garantiert.

Der Kaffee ist mehr als nur ein Pausenfüller oder ein schnelles Getränk:

Er ist die Kultur und das Können einer Reihe von Parametern

Cari Saluti, Giovanni

Come fare un espresso perfetto

Oder wie bekomme ich den perfekten Espresso!

Dieser Beitrag ist einer sehr lieben Bloggerin gewidmet, aber auch vielen Anfragen, die mich immer wieder erreichen.

Nach vielen Diskussionen, ob es sooo viele Umstände bereitet einen guten Espresso herzustellen und dabei den Gedanken einer Erfindung und Liebhaberei zu der wahrscheinlich einzig richtigen Art des Kaffeekonsums fortzuführen, muß ich hier einmal einen kleinen Beitrag dazu schreiben:
Zu allererst:

Ein guter Espresso dauert 25 sec und soviel Zeit sollte auch in der Früh sein!!!   

die richtige Vorbereitung und einige geübte Handgriffe vorrausgesetzt, darf es auch gar nicht länger dauern!

Aber fangen wir systematisch an:

Die Formel von der Università del Caffe di Trieste für die perfekte Espressozubereitung lautet:

In 25 sec muß ca 90 Grad heißes Wasser mit ca 9 bar Druck durch ca 7g Kaffeemehl gepresst werden um ca 25ml des köstlichen, cremeartigen, schokoladigen Espresso, mit ca 100 mg Koffein zu erzeugen.

So die Theorie und eigentlich bin ich mit der Erklärung schon fertig.

Aber jetzt kommt es: Auf die circa in der Formel kommt es an, ob ein Barista einen guten Espresso macht oder eben nur einen Espresso, wenn er es denn überhaupt wird.

All das im Folgenden gesagte bezieht sich auf die Siebträgermaschine und stellt nur einen kleinen Auszug dar, der sicher noch viele Fragen aufwerfen wird, die immer wieder in meinem blog weiterbehandelt werden.

Die Bialetti (Perkulator oder Steigrohrmaschine) wird am Schluß erläutert, jedoch stimmen alle Überlegungen auch für diesen Espressokocher und das Wissen hilft, trotz nicht(!) vorliegender Parameter, einen sehr guten Espresso zu bereiten und dennoch ein wesentlich besseres Produkt zu erzeugen, als in manchen Gastronomiefachwerkstätten, in denen schlecht bezahlte Helfer eine Espressomaschine bedienen und versuchen einen Kaffee zu bereiten, der beim Zusehen schon zum Scheitern verurteilt ist.
Sehr oft wird dieses Problem dann mit einem Vollautomaten (ein geschlossenes System ohne Siebträger) zu vertuschen versucht, der aber genausowenig mit dem Espressogedanken zu tun hat, wie das andere System, bei dem die Brühgruppe aus einer Kapsel besteht.

Ein Espresso ist immer ein Ausdruck persönlicher Fähigkeiten und zeugt von einer besonderen Wertschätzung des Gastes.

Den eigens zu bestellenden, persönlichen Schluck, dessen Geschmack man gerne mit sich herumtrug:

Im Folgenden versuche ich Euch somit den Genuß des Espresso auch zu unmöglichen Zeiten und in jeder Situation schmackhaft zu machen.
Was bedeutet eigentlich das Wort „Espresso“?
Espresso stammt vom ital. Wort „esprimere“ und bedeutet „aussagen, ausdrücken“ und nicht, wie viele glauben, „mit Druck gemacht“ oder „gepresst“.
Das Wort „Espresso“ stammt aus einer Zeit, in der der Kaffee noch teuer und einem exklusiven Kreis vorbehalten war und es eine besondere Wertschätzung dem Gast gegenüber bedeutete, wenn der Kaffee extra für ihn zubereitet wurde.
Ein Espresso ist somit ein Kaffee, der extra (ausdrücklich) für diesen Gast zubereitet wurde.

Wir beschäftigen uns im Rahmen der 5 M (?) mit allen wichtigen Aspekten und streifen das gesamte Wissen, das ich in Form von mehreren Schiffsladungen Rohkaffees mir angeeignet habe.
Der letztendliche Erfolg des gelungenen Espresso hängt aber von der Übung, der richtigen Abstimmung und der richtigen Einstellung zur Materie ab

Was bedeuten nun die 5M:

1. Mischung
2. Menge
3. Mühle
4. Maschine
5. Mensch

1. Mischung

Das Wichtigste für einen guten Espresso ist ein guter Kaffee
Ja, welchen Kaffee
Robusta, Arabica, eine Zimtröstung, oder City Roast oder doch einen full city roast und wieviel Robusta soll dabei sein; welchen Kaffee brauche ich für einen Ristretto?
Wer mir jetzt nicht folgen konnte sollte hier schon einmal aufmerksam lesen, denn hier beginnt die Espressozubereitung:

Für einen Espresso ist unbedingt eine Espressoröstung erforderlich und die Röstung sollte maximal 14 Tage her sein.
Man kauft also einen Rohkaffee (ich bevorzuge Mittel-, Südamerika mit ca 30% Robustaanteil) und befülle meine Rösttrommel um dann…             nein, wir wollen uns einmal auf die grundsätzlichen Fragen konzentrieren

Wer sich also nicht die Arbeit antut und seinen Kaffee selbst röstet, was ich übrigens auch nicht mache, der sollte trotzdem zu einem guten Ausgangsmaterial greifen.
Am Besten ist es noch immer, wenn man zu seiner Rösterei geht und sich seinen Kaffee besorgt, den man für sich bevorzugt, allerdings sind Rösterein mittlerweile fast ausgestorben.
Ich kann mich noch erinnern, wie ich mit meiner Vespa in meiner Studienzeit immer in die Rösterei gefahren bin: 1kg Kaffee, einen Espresso vor Ort und den Duft von der frischen Röstung in der Nase

Wenn man allerdings einen Industriekaffee aus dem Supermarkt wählt, so sollte man Folgendes beachten:
Den besten Rohkaffee nehmen noch immer die italienischen Marken, wie Lavazza, Segafredo, vor Allem Lucaffe und auch der Illy, allerdings kann ich zu diesem Preis schon zu einer Rösterei fahren
Es braucht nicht extra von mir erwähnt werden, daß man ihn in ganzen Bohnen kauft, abgesehen davon, daß es Espressokaffee kaum gemahlen gibt

Während man den Röstgrad nicht beeinflussen kann, so kann man sich die Mischung mittlerweile schon recht gut aussuchen, denn in den letzten Jahren ist man dazu übergegangen die Mischung endlich auf die Verpackung zu schreiben.

Übliche Mischungen sind 100% Arabica, 70% Arabica 30% Robusta oder 50/50, seltener sind 70% Robusta und 30% Arabica.
Während nun Arabica der teurere Hochlandkaffee ist und viel empfindlicher, weil er nur in einer gewissen Höhe wächst, wird der günstigere Robusta dazugemischt um einen höheren Koffeingehalt (bis zu 5mal mehr) zu erhalten.
Arabica Bohnen sind für die Crema verantwortlich, während die Robusta die Geschmacksbasis verleiht und den Koffeingehalt (wesentlich) erhöht.

Aber eines sollte jedem klar sein: die Röstung eines Kaffees sollte für die richtige Espressozubereitung nicht länger als eine Woche her sein, denn je älter er wird, desto instabiler wird die Crema und der Geschmack ohnehin.
Es darf sich somit niemand wundern, wenn er die Crema nicht so schön hinbekommt oder der Geschmack einfach nicht so gut ist, wie erwartet.
Einfach einmal einen frisch gerösteten Kaffee besorgen und probieren

Meine Empfehlung: Rohkaffee Mittel-, Südamerika, Arabica, max 30% Robusta, Italian Roast-French Roast (dunkle Röstung)
2. Menge

Die Menge des Kaffeemehls sollte ca 7 g betragen für ein 1er Sieb, kann aber natürlich stark variieren.
Das sehr beliebte Marzocco Sieb hat z.B. sehr gerne 9g.
Es kommt halt tatsächlich auf die Maschine an, welche Menge am Besten geeignet ist, einen guten Espresso zu bereiten und um nach der Extraktion einen festen, trockenen Kaffeepuck zu erreichen.

3. Mühle

Das wohl leidigste Thema: Kein Anfänger, aber wirklich kein Anfänger glaubt, daß die Mühle wichtiger ist als alle anderen Überlegungen
Bitte glaubt mir, ohne Mühle braucht Ihr gar nicht anfangen.
Sie entscheidet über den guten Geschmack, über den Druck, über die gleichmäßige Extraktion und somit über den ganzen Espresso.
Nein, nicht die Maschine entscheidet darüber, sondern NUR die Mühle!
Die Mühle entscheidet über den Geschmack, weil der Kaffee unbedingt frisch gemahlen werden muß, der Mahlgrad auf die Maschine und Kaffee (Fettgehalt, Öle, Röstung) eingerichtet werden muß, um den richtigen Druck von 9 Bar zu erzeugen und somit auch die richtige Crema zu erzeugen.
Merke: Ohne frischgemahlenen Kaffee keine Crema und ein Cremasieb erzeugt keine Crema, sondern einen aufgeschäumten Kaffee mit ein paar Ölen, die mitverquirlt werden und hat somit nichts mit einem Espresso gemein.

Als Merkregel gilt: Die Mühle muß eine Espressomühle (sehr feiner Mahlgrad) sein mit Scheiben- oder besser Kegelmahlwerk.
Auch Handmühlen sind sehr gut geeignet, weil sie ein Kegelmahlwerk haben und durch die geringe Umdrehungszahl keine Erwärmung des Mahlgutes entsteht, die die Aromen sofort verflüchtigen läßt.
Somit scheidet die Schlagmessermühle von vorhinein aus, weil sie kein gleichmäßiges Mahlgut erzeugen kann und durch den Schlagmechanismus, das Mahlgut erhitzt und den Kaffee im Mahlvorgang zerstört.
Freaks verwenden sehr gerne Handmühlen aus oben genanntem Grund und weil es zur Zeremonie dazugehört.
Auch ich verwende nur Handmühlen mit einem Kegelmahlwerk

4. Maschine

Der an sich vollkommen überbewertete Aspekt. Es gibt schon sehr viele Unterschiede bei den Maschinen, aber jeder muß für sich entscheiden, was ihm wichtig ist; ob jemand Einkreis- oder doch lieber ein Zweikreissystem oder sogar Dualboiler haben will und das Ganze mit oder ohne E61 Brühgruppe, bleibt jedem selbst überlassen.
Puristen bevorzugen wieder Handhebelmaschinen, bei denen man entweder eine Feder vorspannt oder selbst Druck auf den Hebel ausübt und selbst für den richtigen Druck verantwortlich ist.
Der Espressogedanke wird bei einem Handhebler sicher besser ausgelebt, weil man noch mehr über die Eigenheiten der Aspekte Bescheid wissen sollte, als bei Kaffeemaschinen mit einer Vibrationspumpe.

Ich bevorzuge auch die Stille beim Handhebelerlebnis

9 Bar Druck wird benötigt, weil sich ab ca 6 bar Druck die ätherischen Öle extrahieren lassen und die beste Extraktion bei ungefähr 9 bar passiert und genau diese Öle sind für die stabile Crema verantwortlich.

Diese Crema kann man dann sehr gut testen, indem man einen Löffel Zucker daraufpacken kann, ohne daß er gleich verschwindet, wie z.B bei einem aufgeschäumten Kaffee, den der Vollautomat macht oder moderne Siebträgermaschinen mit dem sogenannten Cremasieb und einer darunterliegenden Gummimembran

ca 7 g Kaffeemehl ins Sieb mit ca 2 bar Druck festpressen und fertig ist der Kaffeepuck, der nach der Extraktion schön fest und trocken aus dem Sieb fallen soll – ganz einfach oder?

Die Maschine insbesondere die Brühgruppe gehört vorgeheizt!
Das funktioniert in der Früh am Besten mit einer Zeitschaltuhr, die die Maschine schon 30 min vor der ersten Benutzung aufheizt.
Vor dem Bezug gehört der Siebträger (ohne Kaffeemehl) natürlich in die Brühgruppe, weil er vorgewärmt gehört.
Das kann man beschleunigen, indem man einen Leerbezug (ohne Kaffeemehl) durch den Siebträger läßt, danach gut abtrocknen und dann den richtigen Bezug.
Dieser Leerbezug ist immer wichtig, damit das „alte“ Wasser aus der Brühgruppe kommt und frisches Wasser aus dem Kessel nachkommen kann.

Die Tassen sind dickwandige ca 50ml Tassen, die immer auf der Maschine vorgewärmt stehen oder mittels Leerbezug auf Temperatur gebracht wurden, sonst sind die 25ml Espresso sofort kalt.

5. Mensch

Nicht zuletzt kommt es auf den darauf an, der die gesamten Teile zusammensetzt und die Maschine bedient.

Aber eines ist klar: Die Maschine kann am Wenigsten beeinflussen, obwohl Espressoanfänger das immer glauben:
Merke: Die Maschine macht Wasser heiß und macht 9 Bar Druck, sonst NICHTS – den Rest müßt ihr machen und keine Kapsel der Welt, wird Euch diese schöne und faszinierende Arbeit abnehmen.

Von diesen 5 Faktoren hängt es ab, ob ein Espresso gelingt und diese 5 M müssen so aufeinander abgestimmt werden, daß nach 25 sec 25 ml Kaffee in der Tasse sind-nicht länger darf es dauern und nicht mehr Inhalt darf in der Tasse sein.
Wenn das erreicht wurde, dann ist es geschafft: der perfekte Espresso!

Und wie sieht es jetzt mit der Bialetti aus

Hier ist die ital leggerezza gefragt, denn bei ihr paßt eigentlich gar nichts, obwohl eigentlich alles paßt
Wir haben hier nur ganz wenig Druck (ca um die 3bar, kommt auf das Tampen an) und das Wasser ist unter Umständen zu heiß- all das kann man allerdings bewußt steuern und macht es interessant aus diesem einfachen Konzept etwas Geniales zu fabrizieren
Unerläßlich ist auch hier ein möglichst frisch gerösteter Kaffee und natürlich frisch gemahlen. Den Mahlgrad so wählen (ausprobieren!), daß man den Kaffee im Sieb etwas tampen kann und das Wasser gerade so durchgepreßt werden kann, OHNE daß sich das Überdruckventil öffnet.
In den Kessel nur Wasser bis zur Markierung nicht darüber, falls keine Markierung im Kessel sichtbar, dann bis zur Hälfte des Überdruckventils oder darunter.
Das Sieb darf nicht im Wasser schwimmen, denn das Wasser braucht Platz zum Ausdehnen und soll nicht zu kalt durch das Kaffeemehl gepreßt werden. Es können sonst keine Aromastoffe gelöst werden!
Die Platte auf maximale Hitze vorheizen und dann den Kocher draufstellen.
Bei Gas die Flamme eher klein halten, so daß der Griff nicht abbrennt. Die Wärmeentwicklung ist hier wesentlich besser für den Kocher.
Jetzt bei geöffneten Deckel zusehen wie der Kaffee hochsteigt und sich die Crema entwickelt, sobald die Kanne zu brodeln beginnt (vorher den Deckel schließen!) den Kaffee vom Herd nehmen und sofort ausgießen und nicht in der Kanne belassen. Wenn der Kaffee in der Kanne belassen wird, kocht er nach und der Geschmack geht verloren, genauso, wenn die Kanne auf dem Herd belassen wird, wenn bereits der heiße Dampf ausgeblasen wird- dieses „Druckwasser“ hat bis zu 160 Grad und ab 92 Grad verbrennt der Cafe und macht ihn bitter (natürlich erst recht bei 160 Grad)
Wer es nicht glaubt, kann es ausprobieren: Den Kaffee ausschenken, der vor dem Austritt des Dampfes entstand und das Druckwasser, das nachher entsteht in eine eigene Tasse geben und kosten: Guten Appetit!
Wichtig: Die Alu-Bialetti NIEMALS in den Geschirrspüler geben oder sonst mit Seife waschen.
Nur mit klaren Wasser ausschwemmen-fertig. Laugen und Säuren zerstören nicht nur das Aluminium, sondern auch das gesamte Aroma, das im Material entsteht.
Das Kaffeefett und die Öle brennen sich nämlich ein und der Kaffee wird mit jedem Mal besser und cremiger-eines der großen Geheimnisse des Aluminiums.

Eines ist klar: wir sprechen hier von einem Moka (der kein Mocca ist), d.h. eigtl sind es Ristretti und genauso sollten sie auch genossen werden, denn der Koffeingehalt von einer Bialetti ist schon recht ordentlich

Jedenfalls gibt es für den morgendlichen Koffeinstoß nichts Besseres als einen Kaffee aus der Bialetti
Der Giovanni liebt alte Techniken und Puristisches und läßt daher die Kultur der Espressokanne auch weiterhin hoch leben.
Ich bin der Meinung, daß richtiger Espresso OHNE Strom entstehen muß, dann ist der Espressogedanke optimal verwirklicht

Ich habe in diesem Beitrag alles nur allgemein behandelt, weil ich nicht weiß, welche Maschinen Ihr habt und über welches Wissen Ihr verfügt, aber gerne bin ich bereit, die Feinheiten, auf die es im Endeffekt ankommt, noch weiter auszuführen.

So und jetzt wünsche ich viel Spaß beim Herumprobieren

Tanti Saluti, Giovanni

P.S.:
Die klass. Espressokultur besteht nur aus Espresso, Ristretto (verkürzt auf 15ml) und Cappuccino
der Rest ist de facto nicht existent: ein Cafe Latte oder Latte Macchiato sind neuzeitliche Erfindungen und eigtl Kindergetränke, weil mit viel Milch zubereitet, aber erfreuen sich  immer größerer Beliebheit.
Wer aber auf sich hält, trinkt ausschließlich (einfachen!) Espresso oder (nur!) vormittags einen Cappuccino (vielleicht mit latte art) und wie man diesen zubereitet, ist wieder eine extra Geschichte, die ich Euch gerne später einmal erzähle

Das Essen in Italien und wieviel Zeit es benötigt

Ich glaube wir alle hier sind uns einig, daß die Gaumenfreuden ein wichtiger Bestandteil der italienischen Kultur sind.

Ein fixer Bestandteil der Lebensart und vor Allem ein fixer Bestandteil des Genusses neben all den anderen Möglichkeiten sein Leben zu versüßen, als pars pro toto sei genannt sich gut gekleidet mit einem schönen Fahrzeug möglichst sportlicher Ausstrahlung aus seiner architektonisch aufbereiteten Garage zu bewegen.

In welche Richtung das Gesamtkunstwerk Lebensstil geht, entscheidet dann letztendlich jeder für sich: Der Eine mag es klassisch, der Andere modern, der Nächste nimmt den Mittelweg.

Das äußert sich dann nach Außen, in dem der Eine mit dem Oldtimer fährt und in einer Albauwohnung oder Villa wohnt, währenddessen der modern Ausgerichtete sich immer um das neueste Modell seines fahrbaren Untersatzes kümmert und seine Wohnung ein Erstbezug von ihm selbst ist mit den neuesten architektonischen Attributen, die der klassische Typ höchstens belächelt.

Was hat das aber jetzt alles mit der oralen Befriedigung zu tun?

Während man über den Geschmack diskutieren kann, aber nicht über einen gepflegten Stil, so kann man auch nicht über den Stil beim Essen diskutieren.

In einem sind sich die Italiener nämlich einig-in der Essenskultur und wie die auszusehen hat und da paßt die Fast Food Möglichkeit eigentlich so gar nicht zu Italien und die tut sich auch bis heute schwer sich zu etablieren.

Während sich in den meisten europäischen Ländern die schnelle Kost für Zwischendurch als Hauptmöglichkeit der Nahrungsaufnahme entwickelt hat, so bevorzugt der Italiener noch immer die herkömmliche Art der Nahrungsaufnahme mit einem vollständigen Gedeck, gepflegten Gesprächen (oder sollte man Diskussionen sagen?) und eine ansprechende Art der Präsentation der Köstlichkeiten – Krise hin oder her.

Man muß aber auch erwähnen, das es genug italienische Möglichkeiten für Zwischendurch gibt: Von einem gepflegten Espresso und dazu eine kleine, süße Köstlichkeit, über Tramezzini bis hin zu einer kleinen Pizza, die auch ohne weiteres eine Große sein kann, die man mit seiner(m) Liebsten teilt; dazu ein Glas Rotwein (mit Blick aufs Meer?).

Als Gegensatz paßt die Schnelleßkultur halt so gar nicht zum kommunikativen Bestandteil des italienischen Lebens.

Essen ist ein wichtiger Fixpunkt im Leben eines Italieners und das ist positiv gemeint und hat überhaupt nichts mit einer falsch verstandenen Überfüllung des Verdauungstraktes zu tun.

Auch wenn es oft nur am Abend möglich ist, daß man sich stundenlang mit seinen Lieben umgibt und angeregt über den Verlauf des Tages diskutiert und daneben seinen Leibgerichten frönt.

All das, was oftmals außerhalb Italiens belächelt wird, wird innerhalb groß geschrieben:

Ein schön gedeckter Tisch, beleuchtet am Besten mit einem Kerzenschein, eine schöne Speisekarte oder gleich die Empfehlung vom Chef (denn man kennt sich ja), ein respektvoller Umgang zwischen Kunden und dem der eigentlich die Arbeit macht, ein gepflegtes Gespräch mit seinem Gegenüber und dabei bekommt der Ausspruch – ich setze mich nicht mit jedem an einen Tisch – eine völlig neue Bedeutung.

Es paßt einfach nicht zur gesamten Lebenseinstellung, daß man schnell etwas runterwürgt und mit Süßgetränken das Füllen des Magens beschleunigt.

Und ich muß sagen – ich gebe dieser wunderbaren Kultur in allen Punkten recht.

Jeder sollte sich einmal vor Augen führen, was Essen und Trinken bedeutet, was eigentlich das Wort Lebensmittel bedeutet.

Essen und Trinken ist ein wesentlicher Bestandteil um sein Leben zu erhalten oder auch um seiner Seele etwas Gutes zu tun, denn wir nehmen etwas auf: Mittel zum Leben (Lebensmittel) und gleichzeitig auch die positive Schwingung, die uns umgibt (aber auch die negativen Einflüsse, die auf uns bei der Nahrungsaufnahme einwirken).

So kommen halt immer wieder diese Schlagzeilen auf, wie schwer es ist, in Italien mit einer anderen Kultur richtig Umsatz zu machen und so auch die heutige Motivation diesen Artikel zu schreiben.

 

Jeder muß für sich selbst entscheiden, was für ihn gut ist – mir gefällt nach wie vor die altmodische Art mit einem netten Gespräch und Kerzenschein.

 

Buona Giornata,  Giovanni

 

 

Der Blog für Liebhaber der italienischen Lebensart

Es gibt immer ein erstes Mal, so auch für meinen neuen Blog. Und immer, wenn etwas neu gemacht wird, stellt sich die Frage:

Wie fange ich an? Was ist das Wichtigste, was will ich überhaupt und wozu das Alles.

Wozu ist einmal leicht zu beantworten: Da meine Leidenschaft für Italien doch sehr stark ausgeprägt ist und ich seit jüngsten Jahren eine tiefe, innere Beziehung mit diesem Land hege, lag die Überlegung einen eigenen Blog zu machen, immer in der Luft.

Vieles gibt es zu berichten über eine Liebhaberei, die seit so vielen Jahren besteht und auch ausgelebt wird.

Was das Wichtigste ist, wird sich im Laufe der Zeit herausstellen und wahrscheinlich nie herauskristallisieren. Eines ist jedoch klar – worauf es ankommt:

Das Leben als Gesamtkunstwerk zu sehen und nicht alles so ernst zu nehmen

Es wird ein Blog sein, der für alle Liebhaber der  italienischen Lebensart gemacht ist und in dem versucht wird, genau diesen Lebenseinstellungen gerecht zu werden, dieser Art zu leben und die Freuden und auch die negativen Seiten auszuleben.

Jeder, der eine postive Lebenseinstellung hat und in irgendeiner Form eine Bindung zum Stiefel Europas hat, wird sich von diesem Blog angesprochen fühlen.

Alles soll zum Thema werden, das zum dolce far niente gehört und uns Freude bereitet

Auch soll vielleicht darüber gesprochen werden, was uns bewegt.

Von trivialen Dingen wie der Cucina Italiana angefangen, über Reisen, Architektur bis hin zur Kunst und Technik Italiens wird einiges thematisiert und Vieles einfach nur zur Information oder Unterhaltung genügen.

Sehr vieles wird auch über Oldtimer und italienische Fahrzeuge berichtet, die einfach zu meinem Lebensmittelpunkt geworden sind.

Nichts begeistert mich mehr, wie alte Technik und ein guter Espresso

In diesem Sinn wünsche ich Euch

Buona Giornata, Giovanni