Wenn ein Alfisto ein Firmenauto benötigt

Nachdem jetzt wieder ein neues Firmenauto ansteht, bei einer Jahreskilometerleistung von ca 50 000 km kommt das ja öfter vor, stellt sich die Frage, welches es doch werden soll.

Die Frage der Marke stellt sich bei mir nicht: Nach gut 20 Jahren und ca 1 Mio km sind der Alfa und ich eine Einheit geworden.

Immerwieder habe ich zwischendurch andere Marken probiert, bin allerdings auch immer wieder zu meiner maschinellen Liebe zurückgekehrt.

Allerdings muß ich gestehen, daß ich nur kurze Strecken mit einer anderen Marke gefahren bin, einmal einen Trip auf der Autobahn oder einmal zwischendurch auf einer Landstraße.

Alle Fahrzeuge haben dabei auf mich eine Faszination ausgeübt, egal wie langweilig oder besser, wenig emotional dieses Vehikel auf mich gewirkt hat.

Aber eines stach halt immer besonders hervor: Meine Alfa Romeo

Auch bei Anderen, nicht Alfa Liebhabern, kam (fast) immer:  „Schön sind sie schon“ oder „Boah-der geht gut“

Und genauso ergeht es mir heute noch, nach all den Kilometern, die ich in diesem Fahrzeug zurückgelegt habe.

Es ist noch immer dieser ganz besondere Reiz, der für den kleinen Unterschied ausmacht, der dieses angenehme Gefühl in der Magengrube auslöst und ein Lächeln über die Lippen zaubert.

Ganz abgesehen davon, daß ich als Italienreisender und Liebhaber schöner Dinge immer mit diesem Fahrzeug bestens angezogen bin.

Jedenfalls auf der Suche nach einem neuen Kilometerfresser bemühte ich wiedereinmal den Konfigurator von Alfa Romeo.

Solche Konfiguratoren sind eine „gemeine“ Angelegenheit: Kaum beginnt man sein Fahrzeug sich zusammenzustellen, beginnt der „Haben Wollen“ Reflex. Vielleicht sollte man unter den Konfigurator einen Warntext, wie auf den Zigarettenschachteln daraufschreiben: „Achtung, wenn sie diesen Konfigurator verwenden, können sie Gefahr laufen, dieses Fahrzeug kaufen zu müssen“

Jedenfalls sitzt man vor dieser Suchtsoftware und man bekommt dieses nervöse Kribbeln, wenn man sich ein Auto zusammenstellt und das Objekt der Lust erscheint nur virtuell, doch man möchte schon drinnne sitzen und losstarten.

Die Fülle der Möglichkeiten stellt dann den Automobilisten in Spe vor gravierende Probleme:

Welchen Motor nimmst, welche Ausstattung und welche…   oh Gott, wer hat die Fülle erfunden.

In dem Fall gehe ich immer wie folgt vor: Nimmst das billige Teil, soll ja nur zum Arbeiten sein, einmal schaun wie günstig es sein könnte, mit dem Hintergedanken (der sich immer stärker hervortut): den nimmst eh nicht

Kennt Ihr das Gefühl:

Das Engerl sitzt links und sagt, ganz brav und zärtlich: Gell, wir nehmen nur den kleinen, günstigen, weil da kann man dann sparsamer fahren und das Service ist günstiger und so schnell fahren ist ohnehin gefährlich.

Auf der rechten Schulter sitzt dann     …

ER, der Teufel und DER, der Teufel grunzt in dein Ohrwaschl: Was willst denn mit dem Schüsserl, wir wollen etwas für Männer, was Handfestes, was zum Herzeigen, eben etwas BÖSES!

Dann kommt dieses Fatale, dieses Böse und Unmenschliche: Du klickst DIE Maschine an, die ER will und schaust was möglich ist.

Und jetzt kommt es – das vor dem uns der Beipackzettel warnen sollte, die Wurzel allen Übels und der Teufel sticht dich immer weiter mit seinem Gaberl: Der Grinser wird immer breiter und das Kribbeln wird stärker – das Suchtmoment greift!

Also stellt man sich SEINE Maschine zusammen und denkt sich: „So solltest es sein, so will ich ihn, ich muß ihn haben!“

Jedoch

Liegt es am zunehmenden Alter oder an den Midlife Crises: Ich wollte dieses Mal etwas Kleineres:

Da ich sonst nur Old- und Youngtimer fahre und die um EINIGES kleiner sind, als diese neuzeitlichen Monster, dachte ich mir, nimmst von der Größe etwas Gleichwertiges; ich bin wendiger und schneller und diese Riesengeräte braucht man nicht, wenn man so wie ich gewohnt ist, in einem Mittelklassewagen von vor 30 Jahren zu fahren

Also schaute ich mir den Alfa Romeo Mito und Giulietta im Vergleich an

Ein Mito mit 170 aufgeblasenen Turbo PS und Sportsitzen!

Außen schwarz und innen rotes Leder, mit roten Armaturenfeuer, da hätte mein Engerl dann viel Bekehrungsarbeit vor sich, wenn es nicht vorher noch vom Teuferl gefressen wird

Jöööhhh oder eine  Giulietta quadrifoglio verde mit 235 TurboFeuer (also PS), dann ginge das Engerl endgültig Baba (manche sagen auch Tschüß)

Naja was soll ich sagen, wahrscheinlich gewinnt wieder das Gute über das Böse und die Wahrheit liegt in der Mitte, obwohl optisch wird es sicher wieder etwas Teuflisches

In diesem Sinn

Cari Saluti, Giovanni

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