Heute: Pier Paolo Pasolini „Accattone“


Heute habe ich wieder eine Empfehlung für alle Filmfans, die Italien auch kulturell erleben wollen.

Das Debüt von Pier Paolo Pasolini:

                     Accatone – Wer nie sein Brot mit Tränen aß

Es ist Pier Paolo Pasolonis erster Film als Regisseur

Es geht um Accattone, der seine Familie verläßt um sich von einer Prostituierten aushalten zu lassen.

Accattone, gespielt vom legendären Franco Citti, der eigentlich Vittorio heißt und nur von seinen Freunden Accatone genannt wird, lebt in den damaligen typischen Vororten Roms und ist Teil der sogenannten „Bulli“, das sind die Halbstarken, Diebe und Zuhälter.

Doch „seine“ Maddalena wird von der Polizei verhaftet und Accattone fiel in finanzielle Nöte.

Vom Hunger getrieben suchte er eine neue „Einnahmequelle“, die Stella hieß.

Stella ein junges Mädchen, das von Accattone entdeckt wird, soll ab jetzt für ihn auf den Strich gehen und für das nötige Kleingeld sorgen.

Doch Stella kann sich nicht überwinden und Accattone hatte sich bereits in sie verliebt.

Gezwungen von der Not beschließt er nun sein Leben zu ändern und geht einer ehrlichen Arbeit nach. Doch die Hilfsarbeitertätigkeiten sind nicht nach dem Geschmack unseres Helden.

Er versucht sein Glück als Dieb.

Und genau jetzt beginnt der Lauf des Schicksals: Maddalena verrät, durch Eifersucht gequält, ihren Accattone.

Die Flucht vom Tatort auf dem Motorrad, wird nun eine Wende bringen.

Es ist ein Sozialdrama, das nicht deutlicher zeigen kann, wie damals das Leben in diesen Teilen Roms stattfand und kein Anderer als Pier Paolo Pasolini hätte es auch so drastisch darstellen können.

Denn er selbst war immer angezogen von diesem Milieu, es hatte fast eine archaische Anziehungskraft auf ihn, das vielleicht auch seinen Ermordung am 2.11.75 begründete.

Sein Tod war genauso skurill, wie sein Leben und obwohl der Strichjunge Pino Pelosi, der die Ermordung gestand, verurteilt wurde, ist dieses Verbrechen nie restlos aufgeklärt worden.

P.P.P. wurde mehrfach von seinem eigenen Alfa Romeo 2000 GTV überfahren.

P.P.P. selbst, der bereits in den 50ern intensiven Kontakt mit dem Proletariat hatte, weil er als Volksschullehrer im Ponte Mammolo arbeitete und so die Kultur studieren konnte, suchte immer die Begegnung mit der Subkultur, die ihm auch oft genug Ärger mit den Behörden eingebracht hat.

Pasolini einer der größten Künstler, der bereits zum Zeitpunkt dieses Films einen beachtlichen Namen als Romancier hatte, war ein Mensch, der das Leben in vollen Zügen inhalierte und sowohl die Positiven Seiten des Lebens, aber vor Allem auch die Abgründe kennengelernt und allzu oft schätzen gelernt hat.

Nur dadurch war es ihm möglich einen solchen Film zu produzieren und in weiterer Folge ein Experte des italienischen Dialektes zu werden.

Wer ein Liebhaber des alten Italiens ist und über Kulturgeschichte etwas erfahren möchte, sollte sich diesen Film unbedingt ansehen.

Heute 26.5.13  um 23.15 – 1.05 Uhr   im BR

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