Wieviel Auto braucht man eigentlich


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Oder warum ich lieber alte Autos fahre

Was gibt es nicht für tolle Möglichkeiten seine Mobilitätswünsche auszuleben.

Zugegeben es wird einem ja auch wirklich leicht gemacht. Wie man in meinem vorigen Artikel über die Beschaffung eines neuen Firmenautos steht, taucht man gerne in die Welt des Neuen, des manchmal Unereichbaren.

Irgendwie hat das Neue immer etwas Sauberes, etwas Erhabenes, etwas, das es zu erreichen gilt.

Aber ist es auch erstrebenswert?

Genau dieser Frage möchte ich heute nachgehen und soll auch denjenigen eine mögliche Antwort geben, die schon einmal darüber nachgedacht haben, sich mit einem „alten Auto“ fortzubewegen.

Zu Aller Erst muß ich sagen, daß ich kein neues Fahrzeug schlecht machen möchte, denn sie haben genauso ihre Berechtigung, wie man auch alte Autos fahren lassen soll, denn das ist nicht unbedingt selbstverständlich, wenn man sich diverse Einfahrbeschränkungen der Großstädte ansieht.

Und da sind wir schon beim ersten Punkt, warum ein neues Auto ein wichtiger Bestandteil unseres Verkehrsbildes ist:

Die Politik verbietet die Einfahrt in den Innenstadtbereich.

Und was ist, wenn die Wohnung in der Innenstadt ist oder die Arbeitsstätte?

Dann kommen schnell Überlegungen auf, ob man sich nicht ein neues Fahrzeug kaufen sollte

Ich bin ja Gott sei Dank in der glücklichen Lage, daß ich privat nie in die Innenstadt fahren muß oder sollte ich das Anders formulieren:

Ich fahre nie und nimmer mit dem Auto in die Innenstadt.

Mir ist es einfach zuwider, mir einen Parkplatz zu suchen (unendliche Umkreisungen des geliebten Objektes „Parkplatz“ sind von Nöten, damit er erbeutet werden kann) und dann noch dafür zu zahlen, daß ich mich dann endlich gestreßt (man zahlt ja für die Dauer des Parkens) in das Treiben des geschäftigen Umfeldes stürzen kann.

Nein, Danke. Gerne bezahle ich ein Ticket bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, damit mein Liebhaberstück sich zuhause ausruhen kann.

Wohlgemerkt, wir sprechen hier von privaten Fahrten.

Derjenige, der beruflich in die Innenstadt muß, derjenige ist leider nicht zu beneiden und derjenige bekommt hoffentlich auch einen Ersatz in Form von täglich hart erkämpften Brötchen zum Leben.

Aber hier – in diesem privaten Umfeld – wollen wir uns auch nicht mit dem täglichen Kampf der Essenbeschaffung und Beschaffung der Rückzahlungsmodalitäten der Kreditgeber befassen, sondern uns nur mit den Sonnenseiten des Lebens befassen.

Und dann kommt auch schon dieses Urgefühl bei einem Automobilisten:

Was macht denn dieses Fahren aus, was ist denn so toll am Fahren:

In einem Kühlschrank zu sitzen, die Klimaanlage auf unterster Stufe laufen zu lassen und elektronisch geregelt im Stau zu stehen oder war da noch etwas Anderes; …

Das, was die Älteren unter uns noch verspürt haben, wie sie noch jung waren, diesen Hauch des Besonderen, dieses Eigenleben der Mechanik und diese Einfachheit …

eine Einfachheit, die schon ausreicht, um uns fortzubewegen und aus der die pure Freude entsteht.

Ist es nicht herrlich, wenn man einen „normalen Schlüssel“ ins Schloß steckt und ganz normale Glühbirnen erglimmen und vermelden:

„Buon Giorno, Dottore, ich bin bereit, wo darf ich sie hinbringen?“

Man zieht den Choke und startet:

Jijijjijijijijjij – brbrbrbr- ….  blubblub  …  brummbrummmmmbrumbrumbrum – m mmm mmmmmm

Da ist es wieder, dieses Eigenleben, Mechanik, die schlürft und schluckt, spuckt und hustet und atmet und…

                                                          R Ö Ö Ö H H H R T

Ich muß ja zugeben, ich war schon immer sehr oldtimerfixiert, aber ich muß auch immerwieder feststellen, daß niemanden diese Faszination unberührt läßt, die einfache Mechanik auf die Kreatur MENSCH auslöst.

Zugegeben, es gibt Situationen, die meine Liebhaberei bei manchen Menschen grenzwertig erscheinen läßt:

Denn wenn das geliebte Automobil für ein paar Stündchen in der Mittagshitze verharren mußte und sich der Innenraum schön langsam, aber doch sicher in eine Filiale der unterirdischen Kochtopfabteilung (manche sagen Hölle dazu) verwandelt und ich danach ganz lässig einsteige und einfach nur die Fenster runterkurble und nur losfahre –

oftmals kommt dann: Booaahh – da ist es heiß – no na, es ist Sommer, es ist heiß, ganz normal

Ich sitze halt lieber im Schatten und mache mir ein leichtes Lüfterl im Inneraum mit der richtigen Regelung der Fensteröffnungen, als…

die Kühlschranktür auf

Ich habe lieber dieses   R R Ö Ö Ö H H H R E N  als ein leichtes Zwitschern, das da vorne (oder hinten, nein heute kommt nichts mehr von hinten, alles nur von vorne) zu vernehmen ist.

Ich will es noch erleben, das eine geniale Erfindung, wahrscheinlich eine, der Genialsten, die es je gegeben hat, von A nach B bringt.

Ich brauche auch keine elektronischen Hilfsmittel, die mich ständig bevormunden oder sich ständig akkustisch aufdringlich in meinem Ohr fixieren – nein, ich will nur fahren und genießen.

Ich will den warmen Sommerwind spüren und ich will den Duft des Benzinparfums aus dem Vergaser um meine Nase haben.

In diesem Sinn: Ich wünsche Euch einen schönen, heißen Sommerbeginn und mögen alle Eure Wünsche in Erfüllung gehen.

Cari Saluti, Giovanni

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3 Gedanken zu “Wieviel Auto braucht man eigentlich

  1. Na, da spricht wirklich ein Liebhaber alter Autos, lach! Ich finde die alten Modelle ja meist auch viel schöner als die neuen, die sich alle gleichen. Früher bin ich längere Zeit Ente gefahren, ein sehr einfaches und doch bequemes Auto, das man zudem selbst reparieren konnte (na ja, ich nur zum Teil). Mein Lieblingsauto ist schon lange der Citroen DS, die Déesse, die Göttin, am liebsten in Schwarz. Aber es wird wohl ein Traum bleiben.

    • Die Ente ist ja wirklich ein geniales Wagerl: Die Vorgabe war: Einen Korb voller Eier, 2 Personen und einen Sack Kartoffeln über einen Hohlweg zu transportieren, ohne daß ein Ei zerbrechen darf. Weiters muß es einfach in der Bedienung sein und leistbar.
      Ist doch perfekt geworden und schön ist sie obendrein.
      Wenn ich an den schönen Tacho denke-Herrlich. Nicht umsonst wurde sie bis in die 80er gebaut.

      Von der DS brauchen wir wohl nicht zu sprechen. Perfekt in allen Einzelheiten.
      Das wurde wohl auch Charles de Gaulle sagen, der ja sein Leben dieser genialen Limousine verdankt

      Cari Saluti, Giovanni

      • Ja, das mit dem Eierkorb fand ich immer lustig! Dass de Gaulle der DS sein Leben verdankte, wusste ich nicht, musste erst nachlesen. Also ist sie nicht nur schön, die Göttin, sondern auch noch schussfest, klasse! Cari saluti ed una buona settimana, U. Rotewelt

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